Was Ötzi trug

Ötzi trug die Kleidung eines Hirten. Das haben deutsche Forscher mittels massenspektrometrischer Analysen von Haarproben der Kleidungsstücke der Eismumie herausgefunden. Demnach stammen die Felle von Schafen und Kühen, also dem typischen Vieh, dass Hirten zu jener Zeit während der saisonalen Wanderungen hüteten.
In ihrer Studie untersuchten Klaus Hollemeyer von der Universität des Saarlandes und seine Kollegen Haarüberreste vom Mantel, der Hose und den Schuhen, die Ötzi bei seinem Tod trug. Mit der sogenannten MALDI-TOF- Massenspektrometrie, mit der Moleküle über das Verhältnis von Masse zu Ladung identifiziert werden, konnten die Forscher die Eiweißstruktur der Haare bestimmen und mit der von heute lebenden Tieren vergleichen.

Die Vergleiche ergaben, dass sowohl die Hose als auch der Mantel von Ötzi aus Schaffell gefertigt waren, während die Schuhe, die an indianische Mokassins erinnern, aus Kuhfell bestehen. Dass die Kleidung aus Tierhäuten hergestellt wurde, war zwar schon bekannt, jedoch nicht die genaue Herkunft. Die Ergebnisse der Studie könnte nun die Frage nach der sozialen und kulturellen Herkunft des Gletschermanns beantworten, die die Wissenschaft schon seit Ötzis Fund 1991 in den Südtiroler Alpen beschäftigt.

Schafe und Kühe waren die typischen Tiere der Viehwirtschaft vor 5.000 Jahren in dieser Gegend. Der Mann aus dem Eis könnte also vielleicht ein Angehöriger einer Gemeinschaft von Viehhirten gewesen sein.
Klaus Hollemeyer (Universität des Saarlands in Saarbrücken) et al.: Rapid Communications in Mass Spectrometry, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/rcm.3679

ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek


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