Mumifizierter Leberschaden

 Forscher untersuchen eine der in Südkorea gefundenen Mumien. Bild: Courtesy of Seoul National University
Forscher untersuchen eine der in Südkorea gefundenen Mumien. Bild: Courtesy of Seoul National University
Forscher haben in einer koreanischen Mumie fünfhundert Jahre alte Hepatitis-B-Viren entdeckt. Die Krankheitserreger befanden sich in der Leber einer mumifizierten Kinderleiche, die bei der Verlegung eines Friedhofes in Südkorea freigelegt wurde. Wissenschaftler um Mark Spigelman von der Hebräischen Universität in Jerusalem wollen nun das Erbgut des Virus untersuchen, um mehr über die Entwicklungsgeschichte des weit verbreiteten Erregers zu erfahren.
Anders als die aufwändig präparierten Mumien aus dem Alten Ägypten wurden die in Südkorea gefundenen Leichname eher zufällig mumifiziert. Während der Joseon-Dynastie, die Ende des 14. Jahrhunderts begann, lagerten die Koreaner ihre Toten drei bis dreißig Tage auf Eis, legten sie in doppelte Kiefersärge und überzogen diese mit einer Mischung aus gebranntem Kalk und Lehm. In manchen Fällen führte dieses Ritual zu sehr gut erhaltenen Mumien. Erst die Verlegung einer Reihe von Friedhöfen brachte die Mumien zutage.

Gemeinsam mit koreanischen und britischen Wissenschaftlern will Spigelman nun die mumifizierten Körper untersuchen. Er hofft, anhand des gefundenen Erbguts herauszufinden, wie sich das Hepatitis-B-Virus in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. Das könnte auch Aufschluss über die zukünftige Entwicklung des Krankheitserregers geben. Derzeit ist Hepatitis B eine der häufigsten Virusinfektionen weltweit. Genau wie Hepatitis C kann das Virus zu chronischen Lebererkrankungen führen. Jedes Jahr sterben etwa eine Millionen Menschen an den Folgen von Hepatitis B.
Mitteilung der Hebräischen Universität von Jerusalem

ddp/wissenschaft.de ? Larissa Kessner


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