Atlantis lässt selbst die Fachwelt nicht los

Eine Gruppe französischer Wissenschaftler glaubt, dass die vor etwa 12.000 Jahren im Golf von Cadiz versunkene Insel Spartel ein Kandidat für die von Plato beschriebene, sagenumwobene Insel Atlantis sein könnte. Durch eine Analyse des Meeresgrundes mit Hilfe von Schallwellen haben die Forscher herausgefunden, dass Spartel wohl durch eine Serie gewaltiger Erdbeben und Tsunamis versank. Allerdings haben die Untersuchungen keine Hinweise auf das Vorhandensein einer fortschrittlichen Zivilisation ergeben.
Marc-Andre Gutscher und seine Kollegen des Europäischen Instituts für Meereswissenschaften in Plouzane stellten ihre Ergebnisse auf einer Konferenz) über den Atlantis-Mythos in Griechenland vor. Eines der Ziele dieser Tagung war es, wissenschaftliche Fakten von den vielen die Insel umgebenen Mythen zu trennen und somit eine Reihe von Kandidateninseln aufzustellen.

Gutscher zu Folge versank nun Spartel vermutlich zu der von Plato angegebenen Zeit, und auch ihre Lage westlich der Straße von Gibraltar stimmt mit den Aufzeichnungen des griechischen Philosophen überein. Spartel wurde wohl am Ende der letzten Eiszeit von verheerenden Erdbeben, die Tsunamis auslösten, heimgesucht und somit dem Untergang geweiht.

Fachkollegen zeigten sich von der Qualität der Sonaranalyse beeindruckt, weisen jedoch daraufhin, dass bisher keine Anzeichen einer komplexen Zivilisation entdeckt wurden. Von großer Bedeutung ist auch die bisher ungeklärte Frage, ob die Insel nach ihrem Untergang noch weiter absackte. Ansonsten wäre die Insel zu der von Plato angegebenen Zeit nämlich viel zu klein gewesen, um eine Hochkultur beherbergen zu können.

Geology (Band 33 Seite 685)

Stefan Maier


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