Löwenmumie in ägyptischen Grab entdeckt

Französische Archäologen haben in einem ägyptischen Grab das vollständige Skelett eines Löwen gefunden. Die Großkatze lebte wenige hundert Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung und war nach ihrem Tod ursprünglich mumifiziert worden. Über die Entdeckung berichten die Wissenschaftler um Alain Zivie vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) im Fachmagazin Nature (Bd. 427, S. 211).
Die sehr gut erhaltenen Knochen lagen im Grab der Maia, der Amme des berühmten Königs Tutenchamun. Die Grabstelle im ägyptischen Ort Saqqara stammt bereits aus dem Jahr 1430 vor Christus. In den folgenden Jahrhunderten waren die Katakomben jedoch immer wieder erweitert oder neu belegt worden. In dieser Zeit fanden Tierkulte in Ägypten eine immer größere Verbreitung. So wurde die Grabstelle wenige hundert Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung der Katzengottheit Bastet geweiht.

Bei dem Löwen handelte es sich um ein Männchen, das in hohem Alter und damit wohl eines natürlichen Todes gestorben war, sagen die Forscher. Obwohl sie keine Reste von Bandagen finden konnten, gehen sie davon aus, dass die Großkatze ursprünglich mumifiziert wurde. Dafür sprechen die Lage des Skeletts, Reste von Gewebe in der Höhlung der Eckzähne und die Färbung der Knochen, die der mumifizierter Katzen aus früheren Funden ähnelt. Zivie und seine Kollegen vermuten, dass der Löwe als heiliges Tier gehalten wurde und möglicherweise sogar als Reinkarnation von Mahes galt, des Sohnes der Katzengottheit Bastet.
ddp/bdw ? Ulrich Dewald


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