Nacheiszeitlicher Ansturm auf den Britischen Inseln

Direkt nach dem Ende der letzten Eiszeit drangen menschliche Siedler ins heutige Großbritannien vor. Das berichten britische Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Quarternary Sciences (Bd. 18, S. 631).
Vor 20.000 Jahren bedeckte ein riesiger Eisschild ganz Nordeuropa. In England reichte er bis zur heutigen Grafschaft Norfolk, die etwa hundert Kilometer nördlich von London liegt. Doch dann zog sich das Eis zurück, vor etwa 10.000 Jahren war es ganz verschwunden.

Bislang hatten Archäologen angenommen, dass Großbritannien, das damals noch über eine Landbrücke mit dem Kontinent verbunden war, zunächst einige Jahrhunderte lang nur von einzelnen Jägern besucht wurde. Erst später folgten Siedler den Pionieren, so hieß es bisher.

Doch eine Studie von Nick Barton von der University of Oxford und seinen Kollegen widerlegt diese Ansicht jetzt. Die Forscher datierten einige Artefakte, welche die nacheiszeitlichen Siedler hinterlassen haben, mit Hilfe neuer Methoden und glichen die Datierung mit den Klimadaten aus grönländischen Eiskernen ab.

Das Ergebnis: Eine größere Anzahl von Siedlern zog auf die britische Halbinsel, sobald das Eis verschwunden war.
"Die Menschen folgten wahrscheinlich Herden größerer Tiere, zum Beispiel Pferden, die vom Eis verlassene Gebiete zurück eroberten", sagt Mitverfasser Martin Street vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Neuwied.
Ute Kehse


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