Das Rätselraten um den Ur-Amerikaner bleibt spannend

Das Rätsel um die ersten Ureinwohner Amerikas bleibt weiter ungelöst. Funde aus der Grabungsstätte Ushki auf der ostsibirischen Halbinsel Kamtschatka sind etwa 4000 Jahre jünger als bisher angenommen, sagen Forscher aus den USA und Russland nach einer neuen Analyse. Damit kommt die Ushki-Kultur nicht mehr als Vorläufer einer der ältesten Kulturen Nordamerikas, der Clovis-Kultur, in Frage. Das berichten die Wissenschaftler um Ted Goebel von der Universität in Reno (USA) im Fachmagazin Science (Bd. 301, S. 501).
Nach ihrer Entdeckung vor vierzig Jahren galten die sibirischen Fundstätten um den Ushki-See als Ausgangspunkt der Besiedlung Amerikas. Bislang wurden sie auf ein Alter von etwa 17.000 Jahren geschätzt. Dieses Alter passte zu der Theorie, dass das Volk von Ushki über die Bering-Landbrücke von Sibirien nach Alaska kam und sich dann zu den Jägern der Clovis-Kultur entwickelte.

Mithilfe neuer Radiocarbon-Daten ermittelte das Forscherteam nun ein Alter von etwa 13.000 Jahren für die Ushki-Fundstätten. Damit sind die Ushki nicht älter als die Clovis-Kultur und einige andere frühe Kulturen Nordalaskas. Die Ushkis kommen somit nicht mehr als Vorfahren der Clovis in Frage. Die Clovis-Kultur könnte laut Goebel aber auch aus einer viel früheren Besiedelung Amerikas von Sibirien her entstanden sein, nämlich bereits vor dem Höhepunkt der letzten Eiszeit vor 24.000 Jahren. Die Forscher hoffen, durch weitere Untersuchungen in Nordost-Asien und Amerika weitere Hinweise zu erhalten.

Die Clovis-Indianer gelten für einen Großteil der Archäologen heute als die ersten Menschen Amerikas. Ihr Name leitet sich von der Ortschaft Clovis im US-Staat New Mexiko ab, in der um 1930 erstmals Speerspitzen und fossile Knochen erjagter Tiere gefunden wurden. Hauptgegner der so genannten Clovis-First-Theorie ist der Archäologe Tom Dillehay, der Fundstücke aus der Ausgrabungsstätte Monte Verde in Südchile auf älter als 14.000 Jahre datiert. Seiner Meinung nach liegen die Ursprünge der amerikanischen Ureinwohner nicht in Nord-, sondern in Südamerika. Die Debatte ist nach wie vor nicht abgeschlossen.
ddp/bdw ? Christine Harbig


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