Neue Funde: Landwirtschaft in Südamerika bereits vor 10.000 Jahren

Die ersten Bauern der Neuen Welt lebten vermutlich vor mehr als 10.000 Jahren im Tiefland Ecuadors. Das legen Untersuchungen an Überresten von Kürbispflanzen nahe, berichten amerikanische Forscherinnen in der Fachzeitschrift "Science" (Bd. 299, S. 1054).
Dolores Piperno vom Smithsonian Tropical Research Institute und Karen Stothert von der University of Texas at San Antonio hatten so genannte Phytolithen aus Kürbispflanzen untersucht. Mit diesen harten Silikataberlagerungen in der Fruchtschale schützen sich die Pflanzen beispielsweise vor Fressfeinden. Von den meisten Pflanzen bleiben keine Abdrücke erhalten, da sie im feuchtwarmen Klima Südamerikas vollständig verfallen. Die mikroskopisch kleinen Silikatfossilien sind das Einzige, was von einer Kürbispflanze übrig bleibt, wenn sie stirbt und vermodert.

Kultivierte Kürbispflanzen bilden größere Früchte, die auch größere Phytolithen besitzen als ihre wilden Verwandten. Daher verglichen die beiden Forscherinnen in Ecuador gefundene Silikatfossilien mit den Phytolithen verschiedener heute lebender wilder und domestizierter Kürbispflanzen. Dabei fanden sie, dass die fossilen Überreste ebenso größere Phytolithen besaßen wie moderne kultivierte Kürbisarten.

Das Alter der an archäologischen Fundstätten entdeckten Phytolithen bestimmten sie dann anhand von Kohlenstoffresten von Pflanzenzellen, die innerhalb der Silikatablagerungen erhalten geblieben waren. Nach diesen Untersuchungen schätzen sie, dass diese kultivierten Kürbispflanzen vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren angebaut wurden. Die bislang ältesten gesicherten bäuerlichen Gemeinschaften werden auf ein Alter von etwa 10.000 Jahren datiert.
ddp/bdw - Cornelia Pfaff


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