Troja: Geologie bestätigt Homers Verse

Der griechische Dichter Homer beschrieb den Kampf um Troja in 28.000 Hexametern in seinem Buch "Ilias". Doch ob die gewaltige Schlacht zwischen Griechen und Trojanern tatsächlich stattgefunden hat, ist nach wie vor unklar. John Kraft von der University of Delaware und Kollegen berichten jetzt im Fachblatt Geology (Bd. 31, Nr. 2, S. 163), dass zumindest Homers Landschaftsbeschreibungen der Wahrheit entsprechen.
Die Forscher fassen die Ergebnisse von Bohrungen zusammen, die seit 1977 in der Ebene vor Troja in der Nähe des Hügels von Hissarlik gemacht wurden. Demnach lag Troja zu Zeiten des Königs Priamos (etwa 1200 vor Christus) einige Kilometer näher am Meer als heute. Die Flüsse Skamander und Simoeis, die sich in der Ebene treffen, haben in den vergangenen Jahrtausenden so viel Sediment abgelagert, dass sich ihre Mündung meerwärts verschoben hat.

Kraft und seine Kollegen konnten sogar die Entfernungsangaben des römischen Historikers Strabo zwischen Troja und dem Meer und dem möglichen Lager der Griechen bestätigen. Auch Berichte über Gräben oder Turbulenzen des Skamander konnten die Forscher erhärten.

"Die Zuverlässigkeit von Homers Beschreibungen von Lage, Ereignis, und Topografie zeigt zusammen mit der geologischen Erkundung, dass die "Ilias" nicht nur eine Legende ist, sondern immer wieder mit paläogeografischen Rekonstruktionen übereinstimmt", schreiben die Forscher. Ihrem Bericht zufolge fanden sie in den geologischen Ablagerungen nichts, was Homer widerspricht.

Mehr zum Thema Troja finden Sie im Archiv von wissenschaft.de.
Ute Kehse


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