Archäologen erforschen 300 Jahre alte Festungen in Kamerun

Kürzlich entdeckten Forscher gut 300 Jahre alte Überreste steinerner Festungen in Kamerun ? bisher waren nur zehn dieser Bauwerke bekannt. Erst jetzt wird eine internationale Forschergruppe die Festungen freilegen und untersuchen, berichtet die Universität Calgary.
Die Ruinen liegen im Norden des zentralafrikanischen Landes. Manche existieren nur noch als kleine, alleinstehende Fragmente, andere sind so groß wie Burgen und besitzen Terrassen und Tunnelgänge. Einige der Mauern sind über sechs Meter hoch und einst stark genug gewesen, um als Verteidigungsanlage zu dienen.

Die genaue Funktion der Ruinen ist allerdings noch unklar. "Einheimische erzählen, dass Gruppen die Bauwerke benutzt hatten, die ständig Krieg gegeneinander führten", sagt Nicholas David von der Universität Calgary. Dass es sich bei den Gebäuderesten um Sklavenunterkünfte handeln könnte, wie andere Geschichten vermuten lassen, schließt er aus: "Sie waren für den Sklavenhandel ziemlich ungeeignet." David selbst vermutet, dass die Ruinen früher als Gräber genutzt worden waren.

Zwar stehen die Gebäude schon seit 300 Jahren in Nordkamerun, doch Archäologen hatten sie bislang nie als Untersuchungsgegenstände betrachtet.
Carolin Muck


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