Frühmittelalterliche Dreikönigs-Fresken im Sudan entdeckt

Frühmittelalterliche Fresken, die die Heiligen Drei Könige darstellen, haben polnische Archäologen in Dongola im Sudan entdeckt. Die Fresken befinden sich in einem der größten und am besten erhaltenen nubischen Kloster. Dies berichtet die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" in ihrer Oster-Ausgabe.
Dongola war im frühen Mittelalter die Hauptstadt eines der christlichen nubischen Königreiche. Die polnischen Archäologen, die seit 35 Jahren an dieser Stelle Grabungen durchführen, fanden bisher Überreste der Stadt mit Spuren von Palästen, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, 13 Kirchen und eines Teils der städtischen Befestigungsanlage. In diesem Jahr, von Januar bis März, erforschten die Archäologen das Kloster der Heiligen Dreieinigkeit. Dies ist eines der größten und am besten erhaltenen nubischen Klöster. In einem Anbau an dieses Kloster, der von Erzbischof Georgios in der Mitte des 11. Jahrhunderts errichtet worden ist, fanden Archäologen in den letzten Jahren etliche Wandmalereien religiösen Inhalts. Dort entdeckten die Wissenschaftler auch die Dreikönigs-Fresken.

"Die diesjährigen Arbeiten erlauben die Rekonstruktion der Bauphasen des Klosterhauptgebäudes", erläutert Ausgrabungsleiter Stefan Jakobielski von der Polnischen Akademie der Wissenschaften. "Wir fanden mehr als vier Meter große Räumlichkeiten aus dem 8. und 9. Jahrhundert, die mit einem durchgehenden Gewölbe versehen waren. Im 10. Jahrhundert sind sie in kleinere Gewölbe aufgeteilt und umgewandelt worden. Dabei bilden sie die ersten Kreuzgewölbe in Nubien."

Das alte Nubien reichte vom Gebiet südlich des eigentlichen Ägypten bis in den Norden des heutigen Sudan. Seine Geschichte ist etwa so alt wie die Ägyptens. Seit dem Alten Reich, also seit etwa 2700 v. Chr., sind Handelsbeziehungen zwischen Ägypten und Nubien belegt. Im 6. Jahrhundert nach Chr. wird Nubien von Byzanz aus christianisiert, muss sich aber bald gegen den aufkommenden Islam zur Wehr setzen. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Eroberung des Nachbarlandes Ägypten durch die Araber im Jahre 641. Im 14. Jahrhundert schließlich löste der Islam auch in Nubien das Christentum ab.

Doris Marszk


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