Dreidimensionaler Einblick in ägyptische Mumie

Seine letzten Geheimnisse offenbart Nesperenhub, ägyptischer Hohepriester etwa 800 Jahre vor Christus, nun britischen Forschern. Ohne den Sarkophag zu öffnen, durchleuchtete der Ägyptologe John Taylor die gut erhaltende Mumie mit einem modernen Computer-Tomographen. Die Daten aus den insgesamt 1500 optischen Schnitten setzte er zu einem dreidimensionalen Modell zusammen, berichtet das Online-Portal NatureUpdate.
Es ist sehr aufregend, sagt Taylor auf einer Tagung über 3D-Visualisationen in Glasgow. Weder mit herkömmlichen Röntgenaufnahmen noch durch das Auswickeln von Mumien konnte bisher ein so genauer Blick auf eine Mumie geworfen werden. "Dabei ging eine enorme Datenmenge verloren", so Taylor.

Mit Hilfe einer speziellen Software kann man nun sogar per Mausklick eine virtuelle Reise durch die Mumie unternehmen. So entpuppte sich ein Schatten nahe dem Kopf des Priesters, der auf dem älteren Röntgenbild noch als seine Plazenta ? aufbewahrt seit seiner Geburt - interpretiert wurde, als einfache Tonschale. Allerdings sei der Zweck dieses Gefäßes noch nicht geklärt. Die Qualität der Aufnahmen sei insgesamt vergleichbar mit der des Visible Human Projects, das zu dem bisher genauesten anatomischen Atlas eines Menschen geführt hat.

So entdeckte Taylor nun ein Loch in dem Schädel von Nesperenhub, das Rückschlüsse auf die Todesursache des Priesters aus dem Karnak-Tempel in der antiken Stadt Theben erlaubt. In Zusammenarbeit mit dem British Museum, das den Sarkophag mit der Mumie zur Verfügung stellte, will Taylor nun das historische Antlitz des Priesters rekonstruieren. Diese Arbeit könnte Besuchern des Museums eine bessere Vorstellung vom Leben im alten Ägypten vermitteln und neue Erkenntnisse zu dem aufwändigen Mummifizierungs-Prozess, der rund 70 Tage dauerte, liefern.
Jan Oliver Löfken


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