Gräber der Eisenzeit geben Hinweise auf Beginn der Sesshaftigkeit

Wie die Menschen in der Frühgeschichte ihre Toten bestatteten, lässt Rückschlüsse auf ihr Siedlungsverhalten zu. Monumentale Grabstätten wie etwa große Urnenfelder zeugen von einer Nomadenkultur, während kleine unscheinbare Gräber auf eine beginnende Sesshaftigkeit schließen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Archäologe von der Vrije Universiteit Amsterdam.
Monumentale Urnenfelder aus der Eisenzeit im Gebiet der heutigen südlichen Niederlande gab es ab etwa 500 v. Chr. immer seltener, stellte der Archäologe Fokke Gerritsen fest. Dieser Zeitraum gehört in diesen Breiten zur mittleren Eisenzeit. In der Zeit von 800 bis etwa 600 v. Chr. wurden sie hingegen von zahlreichen Familien über Generationen hinweg genutzt. Gerritsen konnte feststellen, dass diese Veränderung in der Grabkultur genau dann eintrat, als die Menschen begannen, ihre Behausungen nicht mehr nur zeitweise, sondern ständig zu bewohnen.

Als die Menschen noch sehr nomadenhaft lebten, stellten monumentale Urnenfelder den Bezugspunkt schlechthin zur eigenen Vergangenheit, zu den eigenen Ahnen und zur Gemeinschaft mit anderen dar. Mit zunehmender Sesshaftigkeit, so die These von Gerritsen, wurde das Haus, in dem man geboren wurde, in dem man heranwuchs und dann selbst eine Familie gründete, zum sozialen Bezugspunkt. Jetzt änderten sich auch die Eigentumsverhältnisse. Während die Menschen als Nomaden keinen persönlichen Landbesitz kannten, sondern es nur gemeinschaftlich genutztes Land gab, kam mit der Sesshaftigkeit auch das private Land auf. Da die Menschen ihren sozialen Zusammenhang nun nicht mehr über ein gemeinsames Gräberfeld herstellen mussten, begannen sie, kleinere Gräber in der Nähe ihrer Behausungen oder auf ihrem Ackerland anzulegen.

Ab dem dritten Jahrhundert v. Chr. lebten die Menschen in festen Siedlungen. Eine Familie kultivierte für lange Zeit denselben Grund und Boden. In diesen letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt kam vermutlich auch die Vererbung von Gehöften vom Vater auf den Sohn auf

Doris Marszk


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