Archäologen finden früheste Hinweise auf Malaria in Europa

In einer Grabstätte aus dem 5. Jahrhundert in der italienischen Provinz Umbrien haben Infektionsbiologen und Parasitologen die frühesten Spuren des Malaria-Erregers in Europa gefunden. Die Knochen der in der Grabstätte gefundenen Kinder wiesen eine wabenförmige Struktur auf, wie sie auch bei Malaria-Erkrankungen zu beobachten ist, berichtet das Wissenschaftsmagazin «Nature» in seiner jüngsten Ausgabe.
Die Parasitologen waren von Archäologen an die Fundstelle gerufen worden, weil sie sich diese eine Entdeckung nicht erklären konnten: Sie waren bei ihren Ausgrabungen auf die sterblichen Überreste von 47 Babys gestoßen, die dort innerhalb weniger Wochen beerdigt worden waren. "Malaria ist die plausibelste Erklärung für den Tod dieser Kinder", so der Parasitologe Mario Coluzzi von der Universität in Rom. DNA-Studien zeigen Spuren des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum in den Knochen eines der Kinder.

Die Grabstätte, die in einer alten Villenruine versteckt ist, birgt noch weitere Rätsel. "Die Bestattungsweise ist für einen italienischen Friedhof ungewöhnlich", so David Soren von der University of Arizona in Tuscon, der die Ausgrabungen leitete. In den Gräbern fanden sich obskure Grabbeigaben wie zum Beispiel die Skelette von jungen Hunden. Möglicherweise sollten sie die Dämonen, denen man die Schuld am Tod der Kinder gab, bannen.

pte


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