Pflanzendomestikation begann bereits 2.500 Jahre früher als angenommen

Neue Untersuchungen an Pflanzenresten aus Abu Hureira in Syrien haben ergeben, dass Menschen bereits 11.000 vor Christus absichtlich Pflanzen anbauten. Dieses Ergebnis stellen britische und amerikanische Archäologen in dem Wissenschaftsmagazin The Holocene vor.
Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Menschen bis etwa 8.500 vor Christus ausschließlich als Jäger und Sammler umherzogen. Im so genannten Fruchtbaren Halbmond, einem Regenfeldbaugebiet, das sich von der Türkei bis in den Irak erstreckt, waren Spuren von domestizierten Tieren und Pflanzen gefunden und auf dieses Alter datiert worden. Eine erneute Untersuchung von Pflanzenresten aus Abu Hureira, einem syrischen Grabungsort am Euphrat, ergab jedoch ein wesentlich früheres Datum.

Gordon Hillman vom University College London und seine Kollegen aus Oxford und Rochester, Staat New York fanden heraus, dass über eine Zeitraum von mehreren Jahrhunderten, Nomaden in der Euphratregion in einem sehr angenehmen Klima lebten. Ihre reichhaltige Nahrung bestand aus Früchten, Nüssen, wilden Gräsern und Wildtieren. Als sich das Klima verschlechterte, es kälter und trockener wurde, verschwanden viele der vorher verzehrten Pflanzen.

Doch gleichzeitig mit der Klimaverschlechterung fanden die Forscher gehäuft Samen von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Diese glichen zwar anfangs noch den wilden Samen, doch schon nach einem Jahrhundert tauchte dickkörniges Getreide, wie zum Beispiel Roggen, auf. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Getreide nur durch Selektion und gezielten Anbau entstehen konnte.

Der Anbau von Roggen heißt aber nicht, dass sich die Menschen auch zwangsläufig sofort an einem Ort niedergelassen haben, betonen die Wissenschaftler. Die Menschen haben sicher bis 8.500 weiterhin auch wild wachsende Nahrung gesammelt. Erst dann zogen sie Schafe und Ziegen groß und bauten Weizen und Gerste an.

Birgit Kahler


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