Versunkene Metropole der Industal-Kultur im Meer entdeckt

Auf zahlreiche Ruinen der Industal-Kultur stießen Wissenschaftler vom National Institute of Ocean Technology in 40 Metern Tiefe im Golf von Cambay an der Westküste Indiens. Mit einer Ausdehnung von über neuen Kilometern handelt es sich weltweit um die bislang größte archäologische Anlage unter Wasser, berichtet die indische Zeitung The Economic Times.
Entdeckt wurde unter anderem eine 40 mal 40 Meter große, gut ausgelegte badähnliche Konstruktion. Aus mesopotamischen Texten ist bekannt, dass Wasser und Baden eine zentrale Rolle in dieser Kultur gespielt hat. Eine riesige erhobene Konstruktion von 97 mal 29 Metern ähnelt der gut bekannten Akropolis. Auch die Siedlungsstruktur passt zu dem, was bereits von der Industal-Kultur bekannt ist. Die Menschen legten auch riesige Dämme an. So fanden die Wissenschaftler unter Wasser eine Anlage von 500 bis 800 Metern Länge, 8 bis 12 Metern Breite und einer Höhe von 3 bis 8 Metern.

Die Untersuchung gestaltete sich schwierig, da die Ruinen in einem sehr turbulenten Teil des Meeres liegen. Die Strömungen erreichen bis zu 8 Knoten und die Unterschiede zwischen Ebbe und Flut bis zu 10 Metern. Auch die Sicht unter Wasser war durch die Sedimente sehr eingeschränkt. Doch haben Untersuchungen der Geologie und Tektonik dieses Gebietes ergeben, dass früher zahlreiche größere Flüsse in Ost-West Richtung geflossen sind. "An einem dieser Flüsse mag die Stadt gelegen haben, bevor sich die Erde im Cambay gefaltet hat und den Fluss mitsamt der Metropole in die Tiefe zog", so der Geologe Badrinarayan.

Die Industal-Kultur erlebte um 2.500 vor Christus in Pakistan und Westindien ihrer Blütezeit. Nach ihrem ersten Fundort Harappa wird sie oft auch als Harappa-Kultur bezeichnet. Sie zählt zu den größten der vier alten Stadtkulturen von Ägypten, Mesopotamien, Indien und China. Viele der Ruinen, darunter auch große Städte, sind noch nicht ausgegraben. Auch sind viele Fragen über die Menschen, die diese hochkomplexe Kultur geschaffen haben, unbeantwortet. Die Schrift ist ebenfalls noch nicht entziffert.
Birgit Kahler


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