Wiederentdeckte Bücher sind der Schlüssel zur Bilderschrift indianischer Felszeichnungen

Überall in den Great Plains haben Indianer über die Jahrtausende Bilder in die Felsen geritzt. Wiederentdeckte Dokumente, so genannte ledged books (Hauptbücher) haben gezeigt, dass die Bilder von Männern, Pferden, Zeremonien und nomadischer Lebensweise eine Art Bilderschrift darstellen, die über die Stammesgrenzen hinaus verstanden wurde und anerkannt war, so der Entzifferer James D. Keyser, Archäologe des United States Forest Service in Portland.
Die ledger books enthalten die Zeichnungen von Plains Indianern seit dem frühen 19. Jahrhundert. Was die Indianer ursprünglich in die Felsen ritzten, zeichneten sie später unter dem Einfluss der weißen Siedler, auf Büffelfelle, Tipis und in eben diese ledger books. Die über Jahrtausende entwickelte Bildsprache behielten sie bei, wie Keyser in einem Vergleich von Felsbildern, Büffelfellbemalung und der Buchkunst feststellen konnte. Wissenschaftler teilen die Felszeichnungen der Indianer zum einen in zeremonielle Bilder, Abbildungen spiritueller oder schamanistischer Ereignisse, und zum anderen in biographische Bilder, Geschichten über eine bestimmte Person, ein.

Die weißen Besatzer gaben den Indianern Papier und Stift und ließen sie so die Bücher füllen. Oftmals vermerkten die Weißen in Randnotizen, was die Zeichner ihnen zu dem jeweiligen Bild erzählt hatten. Genau diese Notizen erlauben es nun, die Symbolsprache der Indianer zu entschlüsseln. Bislang enthält das Lexikon an die 100 Symbole, weitere 50, vielleicht auch 100 gilt es noch zu entschlüsseln.

In seinem 2000 bei University of Utah Press erschienenen Buch "The Five Crows Ledger: Biographic Warrior Art of the Flathead Indians" liefert Keyser eine Übersetzung des Buches und dazu eine Erklärung, wie er zu dieser Deutung der Bilder kam.
Birgit Kahler


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