Erfanden trauernde Mütter das Mumifizieren?

Bereits vor 7.000 Jahren mumifizierte das Volk der Chinchorro, eine Fischergemeinschaft an der pazifischen Küste zwischen Chile und Peru, seine Toten. Damit entwickelten sie 2.000 Jahre vor den Ägyptern ausgefeilte Techniken, um ihre Toten der Nachwelt zu erhalten. Babys und Kinder wurden besonders sorgfältig mumifiziert, so das Ergebnis einer Untersuchung, über die das Magazin Archaeology Traveler berichtet.
Die älteste Chinchorro-Mumie ist ein Kind, so die britische Ägyptologin und Mumienspezialistin Joann Fletcher. Radiokarbonmessungen datieren die Mumie auf 5050 vor Christus. Wahrscheinlich kamen als erstes Mütter verstorbener Kinder auf die Idee, diese zu mumifizieren und somit noch eine Weile bei sich zu haben. Ansonsten machten die Chinchorro im Gegensatz zu den Ägyptern keinen Unterschied, wen sie mumifizierten. Forscher fanden Mumien jeder Altersgruppe und aus allen sozialen Schichten.

Die Toten der Chinchorro wurden einem aufwändigen Mumifizierungsvorgang unterzogen. Nachdem alle Innereien und das Fleisch des Körpers entfernt waren, ersetzte man das Gewebe durch andere Materialien, wie Ton, trockene Pflanzen, Gras, Asche und Haare. Zum Abschluss bemalte man den Körper mit schwarzem Mangan oder rotem Ocker.

Wissenschaftler stellten zudem fest, dass die Gesichter der Mumien mehrere Male übermalt waren und manche Mumien auch Schäden an den Füßen aufwiesen. Sie nehmen deshalb an, dass die Mumien Wind und Wetter ausgesetzt waren und eine Zeit lang im Sand zur Verehrung aufgestellt wurden, bevor man sie in Gemeinschafts- oder Familiengräbern beisetzte.

Birgit Kahler


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