Das mittelamerikanisches Tiefland ist die neue Wiege der Pflanzenzucht

Neue Forschungen im mittelamerikanischen Tiefland an der Golfküste Mexikos widerlegen die These, dass Pflanzen erstmals im Hochland Mexikos gezüchtet wurden. Pollenanalysen beweisen, dass die Bewohner des Tieflandes bereits um 5.000 vor Christus Mais züchteten, also ganze 1.000 Jahre früher als im Hochland, so die Zeitschrift Science in ihrer Maiausgabe. (Science Vol. 292, S. 1370)
Konzentrierte sich früher die Erforschung der Pflanzenzucht auf das Hochland Mexikos, weil dort das trockene Klima Pflanzenfossilien sehr gut konservierte, so entdeckten Archäologen nun im feuchten Tiefland Mexikos domestizierten Mais, der weitaus älter ist als sein Verwandter aus den Hochlagen. Die ersten Bauern siedelten an der Küste von Tabasco entlang der Stranddünen und der Lagunen des Grijalva-Flussdeltas. Die Archäologen stellten fest, dass der erste kultivierte Mais-Pollen zusammen mit den ersten Abholzungen der Wälder auftritt und aus dem Jahr 5.100 vor Christus stammt. Große Mais-Pollen, die für Zuchtmais typisch sind, tauchten ? so die Forscher - bereits 100 Jahre später auf.

Ferner entdeckten die Archäologen auch 4.600 Jahre alte Maniok-Pollen. Da DNA-Analysen beweisen, dass Maniok im Amamzonasbecken domestiziert wurde, müssen die Bauern aus Tabasco mit Bauern aus dem Amazonasbecken in Kontakt gestanden haben. Um 2.500 vor Christus domestizierten die Bauern schließlich auch Sonnenblumen und Baumwolle. Damit handelt es sich um die ältesten gezüchteten Sonnenblumen, so dass die Theorie, die älteste domestizierte Sonnenblume stamme aus den östlichen Vereinigten Staaten, revidiert werden muss.
Birgit Kahler


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