Nach Stalagmitenfund kann C-14-Datierungszeitraum verdreifacht werden

Bislang konnten Archäologen mit der Radiokarbondatierung gerade mal 16.000 Jahre in die Vergangenheit zurück datieren. Jetzt liefert ein Stalagmit aus der letzten Eiszeit Angaben über die damaligen Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre und verdreifacht somit den Datierungszeitraum, berichtet die Zeitschrift Science.
Den Stalagmiten von einem halben Meter Länge fand ein Team amerikanischer und britischer Wissenschaftler in einer Unterwasserhöhle auf den Bahamas. Es gelang ihnen, dem Stalagmiten präzise und nahezu lückenlose Angaben über frühere Karbon-Dioxid-Werte zu entnehmen. Dabei stellten Warren Beck von der University of Arizona und seine Kollegen von der University of Bristol und der University of Minnesota fest, dass die C-14 Werte im Zeitraum von 45.000 bis 33.000 drastisch anstiegen. Vor 44.300 Jahren waren die Werte sogar doppelt so hoch, wie bei Atomtests in den 50er und 60er Jahren, so Beck.

Solche Spitzenwerte stellten die Forscher auch bei zwei weiteren radioaktiven Isotopen Beryllium 10 und Chlorin 36 fest. Alle drei Isotope entstehen, wenn kosmische Strahlung auf die obere Erdatmosphäre trifft. "Während der Eiszeit muss diese Strahlung sehr hoch gewesen sein", so Beck. Zu den drei bekannten Faktoren, die die Produktion kosmischer Isotope in der Stratosphäre beeinflussen (kosmische Strahlung, elektromagnetisches Feld der Sonne und Magnetfeld der Erde), können die Forscher nun eine vierte Komponente hinzufügen: Die Struktur des Karbonkreislaufs der Erde. Sie fanden heraus, dass der Karbonkreislauf während der letzten Eiszeit viel langsamer vonstatten gegangen ist als heute. Dies hat dazu geführt, dass mehr organisches Karbon mit der Oberfläche der Meere und der Atmosphäre ausgetauscht wurde.
Birgit Kahler


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