Buddhistischer Tempelfund wirft neues Licht auf Geschichte buddhistischer Kunst und Architektur

Archäologen haben bei Ausgrabungen in Indien vier alte Tempel, sogenannte Stupas, gefunden. Die Verwendung unterschiedlich großer Ziegel, sowie früh-buddhistische Verzierungen datieren die Bauten eindeutig in die Zeit vor der späten Mauryan-Sunga-Periode (4. bis 1. Jahrhundert vor Christus), der Zeit, in der die meisten Stupas erbaut wurden.
Der Fundort Deorkothar in Madhya Pradesh liegt direkt an der südlichen Handelsroute Dakshinapath zwischen den zwei buddhistischen Hauptzentren Bharhut und Sanchi, die im 3. Jahrhundert vor Christus errichtet wurden. Der ganze Komplex von Deorkothar erstreckt sich über 3,2 Kilometer und beherbergt vier Stupas. Aus keinem anderen Fundort dieser Zeit sind so viele Tempel bekannt.

Archäologen gehen davon aus, dass die Tempel älter sind als die berühmte freistehende Stupa von Sanchi. Nicht nur die unterschiedlich großen Ziegel deuten auf ein frühes Entstehungsdatum hin. Auch die hauptsächlich florale Verzierung der Geländerpfosten mit gezwirbeltem Lotus, konischer Lotusblüte und einem einfachen Blumentopf auf einem dreistöckigen Sockel gehen der frühen buddhistischen Kunst voraus.

In Deorkothar fanden die Archäologen außerdem Klöster, ein Kanalsystem für Wasser und 30 Steintempel. In den Steintempeln lagen zahlreiche Scherben einer qualitativ hochwertigen schwarzpolierten Keramik, die zwischen 700 und 300 vor Christus als Gebrauchskeramik üblich war. Diese Keramik fehlt in Sanchi völlig, was wiederum auf ein früheres Entstehungsdatum von Deorkothar hinweist.

Zerstört wurde Deorkothar von Pushyamitra Sunga, einem fanatischen Hindu, der im ersten viertel des 2. Jahrhunderts vor Christus regierte und viele buddhistischen Monumente verwüsten ließ.

Birgit Kahler


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