Mayas besuchten schon vor dreitausend Jahren Dampfbäder

Die Mayas haben offenbar schon Schwitzbäder genommen, lange bevor die ersten römischen Bäder entstanden sind. Amerikanische Archäologen sind im mittelamerikanischen Belize nahe dem kleinen Ort Cuello auf ein dreitausend Jahre altes Maya-Gebäude gestoßen, das alle notwendigen Vorrichtungen einer Schwitzhütte besaß, berichtet die New York Times.
Direkt neben dem Gebäude fanden die Forscher eine Feuerstelle, auf der wohl Holzkohle und Steine erhitzt wurden. Durch eine Maueröffnung konnten die erhitzten Stücke in das Innere des Hauses gereicht werden. Dort wurden sie in eine Mulde gelegt und möglicherweise mit Wasser übergossen. In dem Häuschen, das inmitten einer Mayasiedlung auf einer Anhöhe stand, fanden bis zu sechs Menschen Platz, so die Wissenschaftler.

Obwohl die Kultur der Maya erst ein Jahrtausend später aufblühte, erinnert die Schwitzhütte bereits an die prunkvollen Dampfbäder in den Mayastädten Tikal und Piedras Negras, erklärt Norman Hammond von der Universtität Boston. Aber warum haben Menschen mitten in den Tropen Schwitzhütten aufgesucht? "Aus dem selben Grund, warum Menschen dort heißen Tee trinken: Schwitzen kühlt", sagt Hammond. "Die Schwitzhütte diente wahrscheinlich noch weiteren Zwecken: Der Reinigung des Körpers, dem Herausschwitzen von Krankheitserregern und der Kommunikation mit dem Übernatürlichen."
Andreas Wawrzinek


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