Chinesen skalpierten vor 4.000 Jahren

Forscher fanden typische Schnittspuren auf fünf Schädeln
Ähnlich wie die Indianer Amerikas haben auch die alten Chinesen Schädel skalpiert. Dies belegen fünf 4.000 Jahre alte Schädel mit speziellen Schnittspuren aus dem chinesischen Hinterland, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Schädelfunde stammen aus der Gegend um Handan in der Hebei Provinz und Wuzhi in der Henan Provinz. Die beiden Schädel aus Henan zeigen deutliche Übereinstimmungen mit der amerikanischen Skalpiertechnik. Stumpfe Steinwerkzeuge scheinen ihre Schneidespuren auf den Schädeln hinterlassen zu haben, so Chen Xingcan, Wissenschaftler am Institute of Archaeology der Chinese Academy of Social Sciences. Archäologen haben mit den fünf Schädeln die ältesten Beweise für ihre Vermutung, dass nicht nur bei den amerikanischen Indianern Skalpieren sehr beliebt war, sondern auch auf dem eurasischen Kontinent solche Praktiken ausgeübt wurden.

Nicht alle Schnittspuren auf dem Schädel werden dem Skalpieren zugerechnet. Nur solche werteten die Forscher als Skalpierspuren, die in einem Kreis am Kopfende angebracht sind. Die Forscher nehmen an, dass vor allem tote Personen skalpiert wurden, doch manche Untersuchungen sprechen für das Skalpieren am lebenden Objekt, so Chen.

Über den Ursprung und die Verbreitung dieser Praktiken sind sich die Wissenschaftler nach wie vor uneins. Auch ist in China anders als in Amerika noch nichts über die soziale und kulturelle Bedeutung des Skalpierens und ihre Verbindung mit Praktiken aus Zentralasien bekannt.

In Amerika gab es laut Aussagen der Wissenschaftler drei Anlässe zum Skalpieren. Zum einen maßen die Indianer der Praktik großen religiösen Wert bei, da der abgetrennte Skalp den übermächtigen Göttern geopfert wurde. Zum zweiten stellte der Skalp das Leben einer Person dar und so konnte der Skalp des Feindes den Hass toter Verwandter und Freunde lindern. Und zum dritten symbolisierte der Vorgang des Skalpierens den Mut und die Kraft der Person, die einen Konflikt gewann.
Birgit Kahler


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