Über 2.300 Jahre altes Gewebe aus Seide in Japan entdeckt

Leben in der Jomon-Zeit deutlich fortschrittlicher als vermutet
Das früheste japanische Seidengewebe aus Hokkaido zeigt, dass es in Japan während der Jomon-Zeit eine sehr fortschrittliche Kleidungsproduktion gab, die sich von der chinesischen Seidenkultur unterscheidet. Diese Überlegungen gab Yasushi Kosugi, Professor für Archäologie an der Hokkaido University, bekannt. Untersuchung des Gewebes haben ergeben, dass hier sehr feiner Stoff mit einer für die Jomon-Zeit einzigartigen Stricktechnik gefertigt wurde.

Ausgräber hatten in den Karinba-3 Ruinen in Eniwa, Hokkaido Spuren von Seidengewebe auf einem rot lackierten Kamm gefunden. Das Gewebe wurde in die zweite Hälfte der Jomon-Zeit (10.000 bis 300 vor Christus) datiert und übertrifft damit den bislang ältesten Seidenfund in Japan aus der ersten Hälfte der Yayoi-Zeit (300 vor bis 300 nach Christus) um mindestens 700 Jahre.

Die Dichte des Gewebes ist mit 30 Knoten pro Zentimeter außergewöhnlich hoch. Deshalb geht Kiyoko Ozeki, Professor Emeritus am Tokaigajuen Women?s College und Experte für Kleidung der Jomon-Zeit davon aus, dass es sich um Seide handelt. Ob zu dieser Zeit bereits Seidenraupen gezüchtet wurden, um ihnen dann den Seidenfaden abzugewinnen ist unklar. Es kommen jedoch Seidenraupen aus der freien Natur für die Gewinnung in Frage, so Ozeki.

Eine Reihe von Ausgrabungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Menschen der Jomon-Zeit weitaus fortschrittlicher waren, als man gedacht hatte. Dies betraf vor allem ihre Nahrung und ihre Wohnungen. Mit dem neuen Seidenfund wird klar, dass die Menschen dieser Zeit auch bereits Zugang zu qualitätsvoller Kleidung hatten.

Birgit Kahler


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