Die Ukraine, ein in Vergessenheit geratener Schmelztiegel der Kulturen

Die ukrainische Stadt Kamenez Podolskij war einst Handelszentrum und Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. Unterschiedliche Nationalitäten lebten dort über Jahrhunderte zusammen, tauschten sich aus und formten durch ihre kulturellen Eigenheiten die Stadt, so das Ergebnis der zehnjährigen Ausgrabungen eines internationalen Archäologenteams. Die Fundstücke umfassen eine breite Palette, von türkischen bis dänischen Keramiken über islamische Münzen bis hin zu einzigartigen Gräbern eines dominikanischen Konvent, wie Discovering Archaeology berichtet.
Die Kamenez Podolskij Stiftung, unter Leitung von Adrian Mandzy, begann 1991 mit systematischen Grabungen und holte so die ereignisreiche Geschichte der einst mächtigen Stadt, dem Bollwerk Europas, zurück ans Tageslicht.

1374 nach Christus an der Grenze zwischen Europa und Asien gegründet, war Kamenez Podolskij lange Zeit ein Handelszentrum und ein Schmelztiegel für viele Nationalitäten. So bereicherten beispielsweise Immigranten aus Armenien, der Ukraine und Polen die Kultur der Stadt genauso wie Durchreisende. Erst 1672 wurde die Stadt ins Ottomanenreich einverleibt. Im 20. Jahrhundert war der Reichtum des kulturellen und wirtschaftlichen Zentrums längst in Vergessenheit geraten. Nur Überreste von Verteidigungsmauern und in alle Welt zerstreute Kunstwerke zeugten von dem vergangenen Reichtum.

Die Grabungen in der Stadt haben bislang eine erlesene Mischung von Fundstücken hervorgebracht. Alle zeugen von den vielfältigen kulturellen Einflüssen, die die Stadt geprägt haben. Mandzy erhofft sich außerdem, dass weitere Nachforschungen in und um die Stadt Aufschluss darüber geben, wie sich die Ostgrenze Europas über die Jahrhunderte verändert hat.
Birgit Kahler


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