Größter Mumienfriedhof im Nordwesten Chinas entdeckt

Einzigartiger Fund ist 4.000 Jahre alt
Über 100 sehr gut erhaltene, mumifizierte Körper haben chinesische Archäologen in der Wüstenlandschaft von Lop Nur in der autonomen Region von Xinjiang Uygur aufgespürt. Anders als ägyptische Mumien waren diese nicht einbalsamiert, sondern haben sich lediglich in Leder gewickelt in dem sehr trockenen Klima erhalten. Die Forscher gehen davon aus, dass der alte Friedhof vor mehr als 4.000 Jahren angelegt wurde und erhoffen sich neue Aufschlüsse über die Kulturentwicklung in Zentralasien.

"Ein einzigartiger Fund", sagt Yang Lian, der Teamleiter von der Chinese Academy of Social Science. "Nirgendwo auf der Welt wurden bislang so viele Mumien in einem einzigen Friedhof gefunden." Der Friedhof ist über die Jahre von einer riesigen Sanddüne verdeckt worden, die sich über 2.400 Quadratmeter erstreckt und bis zu 7 Meter hoch aufragt. Die genaue Zahl der Mumien lässt sich noch nicht bestimmen, da sie in verschiedenen Schichten bestattet wurden. Weitere Körper liegen oben auf oder schauen teilweise aus dem Sand, aber auch Mumien in halbzerstörten Särgen wurden gefunden.

"Die Untersuchung des Sandes aus der Lunge einer 3.800 Jahre alten Frauenmumie der alten Lou Lan Kultur ergab, dass das Land von Lop Nur vor circa 4.000 Jahren zur Wüste wurde. Experten glauben deshalb, dass die Körper vor über 4.000 Jahren begraben wurden. Genaue Untersuchungen werden den exakten Bestattungszeitpunkt bestimmen. Außerdem vermuten die Archäologen, dass es sich bei den neuen Mumienfunden um Indo-Europäer handeln könnte. Zumindest lassen deren Gesichtszüge wie auch deren Körpergröße darauf schließen.

Die jetzt gefundenen Gräber befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Lou Lan, einer der größten Handelsstädte an der alten Seidenstraße und dem Taiyang-Friedhof (Sonnen-Friedhof), an dem schon früher Mumien entdeckt wurden. "Vieles spricht dafür, dass die neuentdeckten Mumien von großem Wert sind, denn sie helfen die soziale Entwicklung in einem Gebiet aufzudecken für dessen Geschichte es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt", so Xia Xuncheng vom Xinjiang Institute of Ecology and Geography.


Birgit Kahler


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