Was hat Shakespeare geraucht?

Erster Nachweis für Kokain im 17. Jahrhundert
Auch wenn sich manche Schlagzeile der vergangenen Monate anders liest: Kokain ist offensichtlich kein besonders modernes Rauschmittel. Mit den Ergebnissen, die in der neuesten Ausgabe des "South African Journal of Science" veröffentlicht wurden, gerät nun sogar der britische Barde William Shakespeare in den Verdacht, sich mit Koks in andere Welten versetzt zu haben. In zwei von 24 Tonpfeifenscherben, Fundstücke aus Shakespeares Heimatort Stratford upon Avon, konnten die südafrikanischen Forscher Kokainrückstände nachweisen.

Der bislang früheste Beleg für Kokain in Europa ist ungefähr 200 Jahre alt. Die Pfeifenstücke jedoch stammen aus dem 17. Jahrhundert. "Die Spanier hatten auf den amerikanischen Kontinenten zu dieser Zeit bereits Zugang zu Kokain. Aber der Umstand, dass diese Substanz damals schon in England geraucht wurde, ist neu", sagt Francis Thackeray vom Transvaal Museum in Pretoria gegenüber der New York Times.

Selbstverständlich verlocken die Funde zu Spekulationen darüber, dass Englands beliebtester Schreiber seine bedeutenden Schriften unter dem Einfluss der berauschenden Substanz verfasste. "Es gibt einige Andeutungen in Shakespeares eigenem Werk", sagt Thackeray. So spreche Shakespeare in einem seiner Sonette beispielsweise von einer "eigenartigen Mischung", der Begriff "Mischung" sei als Hinweis auf Drogen bereits bekannt.
Irina Lorenz-Meyer


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