Schiffswrack im östlichen Mittelmeer belegt frühe Fahrten über die offene See

Tiefseeforscher der Nautic Corporation gaben am Montag bekannt, 1999 im östlichen Mittelmeer auf ein 2.300 Jahre altes Schiffswrack gestoßen zu sein.
Zusammen mit vier weiteren Wracks liegt es in 3048 Metern Tiefe direkt auf der klassischen Handelsroute zwischen Rhodos und Alexandria. Dieser Fund revolutioniere das bisherige Verständnis vom Seehandel vor 2.000 Jahren, glaubt Tom Dettweiler, Vizepräsident der Nautic Corporation. Nicht nur, wie bisher angenommen, die Küstenschifffahrt, sondern auch Fahrten übers offene Meer waren demnach technisch möglich.

Auf der Suche nach einem vor 31 Jahren verschollenen israelischen U-Boot, filmten die Forscher mit einer ferngesteuerten Kamera den Meeresboden. Dabei fanden sie über 2.000 Amphoren, mit denen einst Wein, Olivenöl und andere typische Handelsgüter transportiert wurden. Sie übergaben das Filmmaterial zur Auswertung an Wissenschaftler des Institute of Nautical Archaeology der Texas A&M University. Unter anderem anhand der Form der Amphoren datierten diese das Schiffswrack in das dritte Jahrhundert vor Christus. Auch die gefundene Anzahl von fünf Ankern ist typisch für Schiffe dieser Zeit. Bei dem Wrack handelt es sich damit um den ältesten und auch den tiefsten Schiffsfund überhaupt.

Die vier weiteren Wracks konnten bislang nicht untersucht werden. In jedem Fall belegen die Funde mehrfach den Seehandel übers offene Meer, der von vielen Archäologen als unglaubwürdig angesehen wird. Bislang gingen viele der Wissenschaftler davon aus, dass zu dieser Zeit Handel nur entlang der Küste betrieben wurde, indem man von Hafen zu Hafen segelte. Zumindest einige Seefahrer scheinen jedoch den gefährlicheren Weg übers offene Meer gewagt zu haben. (Archaeology, Volume 54 Number 2, March/April 2001)

Birgit Kahler


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