Prunkvolle Gräber der Moche-Kultur in Peru entdeckt

Gebeine ungewöhnlich groß
Archäologen stießen in Nordperu in einer 31,5 Meter hohen Pyramide auf drei unberührte und ungewöhnlich reich ausgestattete Gräber aus der Frühzeit der Moche-Kultur (100 bis 800 Jahre nach Christus). Der Grabungsleiter Christopher Donnan von der University of California in Los Angeles ist von Qualität und Quantität der Grabbeigaben (Keramik, Textilien und Metallarbeiten) begeistert. Er hält die Gräber für die reichsten nach den 60 Kilometer nördlich gelegenen Königsgräbern in Sipan.

Die neue Fundstätte, Dos Cabezas ("zwei Köpfe") genannt, ist die erste große Siedlung aus der Moche-I-Zeit. Aus dieser frühesten Zeit der Moche-Kultur war bislang kaum etwas bekannt. Für Moche-Gräber unbekannt waren auch die außerhalb des eigentlichen Grabes gefundenen Miniaturgräber, die jeweils eine Kupferstatuette enthalten, die den Toten darstellt. Außerdem lagen in den drei Gräbern die größten je in Südamerika gefundenen Menschen. Bis zu 1,80 Meter waren sie groß und überragten damit den Durchschnitts-Mochemann (1,49 Meter-1,70 Meter) deutlich. Donnan geht davon aus, dass alle drei Männer an einer Krankheit ähnlich dem Marfan-Syndrom litten. Dieser genetische Defekt verursacht dünne, überlange Knochen.

Die Moche waren Farmer, deren Kultur in den Wüstenebenen zwischen den Anden und dem Pazifik im ersten Jahrtausend nach Christus aufblühte. Mittels eines ausgeklügelten Kanalsystems konnten sie Bewässerungsfeldbau betreiben und Getreide, Bohnen, Chilischoten und Kartoffeln anbauen. Ihre adeligen Toten bestatteten die Moche in riesigen Bauten aus sonnengetrockneten Ziegeln und gaben ihnen reiche Grabbeigaben mit ins Grab. Die Objekte aus Gold, Silber und Kupfer waren mit Jagd-, Fischerei-, Kampf-, Bestrafungs- und Liebesszenen verziert. Insgesamt enthielten jedoch nur 15 der bislang 350 entdeckten Gräber der Moche Gold- und Silberbeigaben, was die hohe Stellung der jetzt neu gefundenen Stätten bestätigt.

Birgit Kahler


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