Maya-Stätte in Ek Balam - Zwillingspyramiden, riesige Gipsskulpturen und detaillierte Friese entdeckt

Der neue archäologische Fundort Ek Balam ist zwar nicht die größte Mayastadt in Yukatan, doch Archäologen legten dort für Mayastädte bisher unbekannte riesige, völlig intakte Gipsskultpuren und die bislang detailliertesten und schönsten Friese frei. Der beeindruckenste Fries befindet sich am sechs Meter hohen Höllentor der Hauptpyramide. Die eben freigelegten kleinen Zwillingspyramiden belegen, dass die Maya auch sehr gute Astronomen waren.

Vor zwei Jahren begannen Archäologen unter Leitung von Leticia Vargas, der Direktorin des Ek Balam Projekts, in Ek Balam ihre Grabungstätigkeit, 240 Kilometer von den Stränden von Cancun entfernt im Landesinneren. Sie trotzten dem Urwald einige riesige Gipsskulpturen ab, wie man sie vorher noch an keinem anderen Fundort Mexikos zu Gesicht bekam. Doch noch nicht einmal ein Drittel des ein Kilometer breiten Areals sind von der Überwucherung des Urwaldes befreit. Seinen kulturellen Höhepunkt, so glauben die Forscher, hatte Ek Balam um 1000 nach Christus.

Aus dieser Zeit stammen wohl auch die äußerst fein und detailliert gearbeiteten Friese. Der alle anderen überragende Fries am komplett erhaltenen Höllentor stellt den offenen Schlund eines Monsters dar. Große, scharfe Fangzähne umrahmen die Tür. Darüber sind zwei riesige Augen und die Nase ziert ein Gott im Schneidersitz. Das Gesicht ist mit lebensgroßen Statuen der Stadtregenten und der Maya Götter bedeckt. Aus jedem Auge wacht die Statue einer menschlichen Figur über die Stadt. Man nimmt an, dass die Herrscher von Ek Balam ihre Gefangenen durch das Höllentor warfen, woraufhin diese 20 Meter in die Tiefe fielen und auf Spießen landeten.

Die Hauptpyramide von Ek Balam ist nicht ganz erhalten, doch aus dem was die Archäologen fanden, errechneten sie eine Höhe von ungefähr 30 Metern. Damit zählte die Pyramide zu den größten in Yucatan. Der Grundstock der Pyramide ist zudem mit sehr gut erhaltenen Maya-Hieroglyphen bedeckt, die noch immer entziffert werden.

Neueste Grabungen haben zudem ein ungewöhnliches Zwillingspyramidenpaar freigelegt. Gebaut wurden diese kleinen Pyramiden, um die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche zu bestimmen. Der tiefe Spalt, der die beiden Pyramiden verbindet, lässt denn auch die Sonnenstrahlen am 21. März sowohl bei Sonnenaufgang als auch bei Sonnenuntergang (entgegengesetzte Richtung) direkt durch den Spalt fallen.

Mehr als zwei Drittel des Areals warten noch auf seine Entdeckung, weitere überraschende Funde werden vermutet und so suchen die Archäologen nach finanzieller Unterstützung, um die Grabungen weiterführen zu können. (BBC News)

Birgit Stöcklhuber

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