Politisch umstritten - Bergung einer heiligen Glocke in Birma

Der Unterwasserarchäologe Mike Hatcher aus England will eines der höchsten religiösen Heiligtümer Birmas, die 300 Tonnen schwere Dhammazedi Glocke vom Grund des Irrawaddy Fluss heben.

Die Glocke ist aus Gold, Silber und Bronze gearbeitet und mit Saphiren und anderen Edelsteinen verziert. Sie stand einst in Birmas heiligstem Schrein, in der Pagode Shwedagon. 1608 hatten die Portugiesen die Glocke aus dieser Pagode in Rangoon gestohlen und wollten sie mit einem Floß auf dem Irrawaddy Fluss, der bei Rangoon in die Andaman See mündet, wegschaffen. Doch das Floß kenterte in Stromschnellen und die Glocke sank auf den Grund.

Mit Hilfe eines Krans, ähnlich denen die beim Aufstellen von Ölplattformen verwendet werden, will Hatcher die Glocke bergen. Für den Rücktransport der Glocke hinauf zur Pagode müssen zusätzlich Eisenbahnschienen verlegt werden. Das Projekt soll im März beginnen und wird etwa 6 Millionen Dollar kosten.

Hatcher kann bereits auf einige geglückte Rettungsprojekte zurückblicken und hofft mit diesem Projekt ein positives Zeichen für einen Wandel in Birma zu setzen. "Die Glocke ist kein politisches Objekt und sollte auch von keiner Seite als solches behandelt werde", so Hatcher.

Gegner des Militärregimes in Birma fürchten jedoch, dass diese Bergung eine Rückenstärkung für das Regime bedeuten könnte. "Falls die demokratischen Führer es für richtig halten, dass dieses Projekt jetzt durchgeführt wird, ist es rechtmäßig und vielleicht sogar ein gutes Omen", sagt der Sprecher der Birma Kampagne in England. "Falls nicht, dann könnte die Glocke nach 400 Jahren noch ein paar Jahre länger warten, bis eine Regierung, die das Volk vertritt, eine Entscheidung fällt."

Birgit Stöcklhuber

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