Wo ist die 50.000 Mann starke Armee von Kambyses II. geblieben?

Gentests sollen das Rätsel lösen
Nahe der Oase Siwa an der libyschen Grenze kamen bei Ölbohrungen vor vier Jahren menschliche Knochen, Dolche und Speerspitzen unter dem Wüstensand zum Vorschein. Ägyptologen wurden hellhörig und schöpften Hoffnung, endlich das Geheimnis um die 50.000 Mann starke persische Armee Kambyses II. zu lüften, die 523 vor Christus spurlos verschwunden war.

Der griechische Historiker Herodot berichtet, dass der "verrückte" persische König Kambyses II., der Sohn von Kyros dem Großen, das heilige Orakel von Siwa plündern wollte, da es seinen Niedergang prophezeit hatte. Bevor er und seine Männer jedoch ihr Ziel erreicht hatten, überrannte sie ein riesiger Sandsturm.

Nach zahlreichen Fehlschlägen, die Armee wiederzufinden, versucht nun eine ägyptische Expedition unter Leitung von Dr. Mohamed el-Saghir vom Supreme Council of Antiquities in Kairo, mit Hilfe von DNA- Tests an den Knochenfunden und mittels Satellitentechnik die Gegend nach der verlorenen Armee zu durchforsten. El-Saghir ist sicher, dass die Krieger unter dem Sand der Sahara liegen.

Nachdem sie den Tempel von Amon in Siwa geplündert hatten, so Herodot, sollen Kambyses Leute die Libyer angegriffen und versklavt haben. Jedoch besiegelte die Natur auf halbem Wege ihr Schicksal, wie Herodot von den Bewohnern von Siwa erfahren haben will. Es war dies eine von drei Kampagnen die Kambyses geplant hatte, um den Rest Afrikas zu unterjochen, nachdem er 525 vor Christus in Ägypten einmarschiert war und damit der 26. Dynastie der Pharaonen ein Ende gesetzt hatte. 200 Jahre persischer Herrschaft sollten folgen. Um Äthiopien zu besiegen führte Kambyses persönlich eine Truppe den Nil hinauf. Es gingen ihnen aber die Vorräte aus und sie mussten umkehren, so Herodot.

"Doch wir dürfen nicht unbedingt alles glauben, was Herodot geschrieben hat, denn", so Dr. Gaballah Ali Gaballah der Generalsekretär des ägyptischen Supreme Council of Antiquities, "alles über Kambyses und seine Verrücktheit kommt von den Griechen und die kamen nicht gut aus mit den Persern." Herodot war zwischen 450 bis 460 vor Christus in Ägypten. Seine Informationen hatte er meistens von Ägyptern und zwar zu einer Zeit, als diese sich gegen die persische Herrschaft auflehnten. Daher ist es wahrscheinlich, dass sie von Kambyses sehr einseitig berichteten.

Ob jetzt tatsächlich Kambyses verlorene Armee ausgegraben werden kann, stößt auch bei Ägyptologen auf geteilte Meinungen. Dr. Saghir ist vom Erfolg der Expedition überzeugt. Sein Kollege Dr. Gaballah ist jedoch vorsichtiger. "Wir wissen nur von klassischen Autoren, dass seine Armee in einem Sandsturm untergegangen ist. Keine andere Quelle bestätigt dies. Selbst wenn es so war, wissen wir immer noch nicht wo sie von dem Sturm überrascht wurden. Und die Wüste ist groß."

Birgit Stöcklhuber


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