Archäologen vermuten die Heimatstadt von Buddha in Nepal

Erste Fundstücke geben Hinweise
Die mysteriösen Ursprünge des Buddhismus, einer der weltweit größten Religionen, sollen nun aufgedeckt werden. In einer entlegenen Gegend Nepals graben Archäologen die Überreste Tilaurakots aus, der Heimatstadt von Siddharta Gautama, dem Gründer dieser Religion.

Die Grabungen könnten den Streit um die Frage, wann Gautama gelebt habe, beenden. Ebenso soll geklärt werden, ob seine frühen Anhänger tatsächlich ein Leben in Armut und Einfachheit führten oder ob es sich dabei um eine spätere Entwicklung handle. Bislang konnten Historiker lediglich aussagen, dass Buddha irgendwann zwischen dem 7. und 5. Jahrhundert vor Christus gelebt habe.

Überdies hoffen die Wissenschaftler darauf, die ersten buddhistischen Klöster auszugraben, die möglicherweise sogar Buddha selbst gründete. Die Stadt Tilaurakot, damals bekannt unter dem Namen Kapilavastu, wurde von Buddhas Vater beherrscht. Von dort zog Buddha aus, um die Erleuchtung zu finden.

Unter Leitung der Archäologen Kosh Acharya (Nepals leitender Archäologe) und Robin Coningham von der Bradford University, fand das Archäologenteam bislang eiserne Schmelzöfen, Schmelztiegel aus Ton, Tonperlen und Bruchstücke sehr fein bemalter Keramikschalen aus der Zeit des Buddha. Bis jetzt wusste man von der Stadt Tilaurakot, dass sie im 2. Jahrhundert vor Christus florierte. Sowohl Monumentalbauten aus den ersten 2 Jahrhunderten vor Christus, als auch einen Straßenplan in hellenistischem Stil hatten die Archäologen gefunden.

Die jetzigen Funde aus der Stadt geben Grund zur Annahme, dass Kapilavastu bereits im 7. oder 8. Jahrhundert vor Christus gegründet wurde. Die Archäologen halten es für wahrscheinlich, dass sich die Stadt um eine heilige Stätte herum entwickelte. Diese war einem heiligen Manne der Shakya Leute geweiht. Zum Stamm der Shakya gehörte auch Buddha. Die Religion der Shakya scheint der der Brahmanen nicht ähnlich gewesen zu sein, so dass Buddha vermutlich in relativ unkonventioneller religiöser und philosophischer Umgebung aufgewachsen ist.

Mit diesem neuen Fundort könnte ein langer Streit zwischen Indien und Nepal beigelegt werden. Beide Länder nahmen für sich in Anspruch die heilige Stätte in ihrem Land zu beherbergen. Indische Archäologen hielten Pipprahawa in Indien für die Stätte, die nepalesischen Archäologen sagten schon immer die Stätte sei in Tilaurakot, 15 Meilen nördlich der Grenze. (The Independent)
Birgit Stöcklhuber


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