2.467 vor Christus - Altersgeheimnis der großen Cheopspyramide gelüftet

Astronomische Berechnungen reduzieren den Unsicherheitsfaktor in der Datierung von plus/minus 100 auf 5 Jahre
Präziser als je zuvor hat eine britische Forscherin das Alter der berühmten großen Cheops-Pyramide bestimmen können: Mit dem Bau begannen die Ägypter im Jahr 2467 vor Christus - plus minus fünf Jahre. Die Ägyptologin Kate Spence von der University of Cambridge (Großbritannien) bezog bislang unbeachtete astronomische Aspekte in ihre Berechnung mit ein, berichtet das britische Fachmagazin "Nature" (Bd. 408, Nr. 6810, S.320). Bislang war eine Datierung der großen Pyramiden nur mit einem Unsicherheitsfaktor von rund 100 Jahren möglich.

Zwei Sterne, Mizar im Sternbild Großer Bär und Kochab im Kleinen Bären, bilden eine Linie, die senkrecht auf dem Horizont liegt. Nur einmal im Verlauf der letzten Jahrtausende wies diese Linie genau nach Norden, im Jahr 2467 vor Christus. Nach dieser Sternkonstellation haben die alten Ägypter wahrscheinlich die Nordrichtung bestimmt, schreibt die Wissenschaftlerin. Genau in diesem Jahr könnte der Bau der Cheops-Pyramide begonnen haben, denn sie ist von allen Pyramiden am exaktesten nach Norden ausgerichtet.

Alle anderen weichen mit einem größeren Fehler von dieser Idealrichtung ab, wie Spencer feststellt: Und zwar wird der Fehler umso größer, je weiter ihr Bau vom Jahr 2467 abweicht. Alle Pyramiden, die älter sind als Cheops, weisen mit steigendem Alter einen Fehler in Westrichtung auf, alle jüngeren einen Fehler in Ostrichtung.

Die Abweichungen kommen zu Stande, weil die Erdachse nicht starr in den Himmel weist, sondern im Laufe von 26.000 Jahren einen Kreis beschreibt, der als Präzessionsbewegung bezeichnet wird. Wegen dieser Bewegung kreisen die Fixsterne scheinbar um den Nordpol. Ob die alten Ägypter tatsächlich die Sterne im Großen und Kleinen Bären für ihre Berechnungen nutzten, bleibt Spekulation. Es können auch andere Sterne gewesen sein - doch das ist nebensächlich, da alle Sternkonstellationen ihre Position zum Nordpol in derselben Weise mit der Zeit verändern.
dpa


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