Zum Leben erweckt

Zeichnung der Mary Rose aus einem zeitgenössischen Schiffskatalog, der sogenannten Anthony Roll. (Credit: De Agostini/Getty Images)

Im Jahr 1545 sank das Flaggschiff des englischen Königs Heinrich VIII., die Mary Rose, in einem Seitenarm des Ärmelkanals während einer Seeschlacht gegen die französische Flotte. Das Wrack wurde 1971 in zwölf Meter Tiefe entdeckt und 1982 mit großem Aufwand geborgen. Seitdem wird die Mary Rose in Portsmouth konserviert und restauriert, aber schon seit Mai vergangenen Jahres kann man das Schiff im Museum bestaunen. In der Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Bestehen von bild der wissenschaft hat bdw-Autorin Angelika Franz die Restauration in einem bildstarken Artikel dokumentiert: "Mann und Maus der Mary Rose" gewährt faszinierende Einblicke in die Zeit der Tudors sowie in Technik und Ausstattung des Schiffs.

Das 45 Meter lange Segelschiff verfügte über insgesamt 90 Kanonen – für die damalige Zeit eine gewaltige Feuerkraft. Die Besatzung war rund 450 Mann stark, von denen über 400 beim Untergang der Mary Rose starben, der durch einen Treffer der Franzosen oder möglicherweise auch durch ein verunglücktes Wendemanöver verursacht wurde. Bei der Hebung des Wracks bargen Archäologen rund 19 000 Fundstücke – darunter Taue, Truhen und Kanonen sowie 92 vollständig erhaltene Skelette. Und diese wurden jetzt nach Jahrhunderten teilweise wieder zum Leben erweckt. Mit Lasern haben Forscher einige Schädel der Besatzungsmitglieder gescannt, ihre Gesichter naturgetreu nachmodelliert und dabei sogar Schwellungen durch Erkrankungen wie etwa Kieferentzündungen berücksichtigt. "Das Ergebnis", sagt Angelika Franz, "macht Gänsehaut". Denn man meint tatsächlich, Männern, die vor 469 Jahren starben, von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Klar, dass bdw seinen Lesern in der Jubiläumsausgabe Bilder dieser beieindruckenden Rekonstruktionen nicht vorenthält. Dazu kommt eine aufwendige Grafik vom Aufbau der Mary Rose. Franz setzt sich außerdem mit den Schwierigkeiten auseinander, mit denen die Wissenschaftler vor allem bei der Konservierung des Schiffs zu kämpfen haben.

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