Verscharrt und vergessen

Deutscher Soldat, der 1914 gefallen war und bei der nordfranzösischen Stadt Reims verscharrt wurde. (Foto: Y. Desfossés, Ministère de la Culture et de la Communication)

Seit rund 20 Jahren graben Archäologen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Was sie dort finden, ist bedrückend, erhellt aber auch den Alltag der Soldaten inmitten des grausamen Gemetzels. In der aktuellen Ausgabe von bild der wissenschaft dokumentiert bdw-Archäologie-Redakteurin Karin Schlott unter der Überschrift "Die Vergessenen" die Arbeit der Forscher und gibt teils erschütternde Einblicke in das oft viel zu kurze Leben der Männer in der Schützengräben.

Über neun Millionen Soldaten starben im Ersten Weltkrieg. Allein in den ersten Kriegswochen kamen 300 000 französische und deutsche Männer ums Leben - zerfetzt von Granaten, Bomben und infernalischem Artilleriefeuer. Längst nicht alle Gefallenen konnten geborgen werden, viele wurden in Massengräbern verscharrt und vergessen. Inzwischen widmen sich immer mehr Archäologen diesen Gräbern und legen auch Schützengräben und Unterstände der Stellungskriege an der Westfront frei. Sie finden Feldbetten, Emaille-Schilder, Warnglocken aber auch Alltagsgegenstände wie Aschenbecher, Flaschen, Würfelbecher und Zündholzbüchsen. Die Arbeit der Wissenschaftler ist nicht leicht. Denn gerade die Massengräber, in denen zudem viele nicht mehr identifizierbare Leichen liegen, gehen ihnen an die Nieren, sagen sie: "Bei einem gallo-römischen Grab gehen wir nüchtern archäologisch vor. Anders bei den Soldatengräbern. Die Skelette tragen Spuren von Gewalteinwirkung und konfrontieren uns mit Einzelschicksalen."

In ihrem Artikel in der Juni-Ausgabe von bild der wissenschaft bringt Karin Schlott etwas Licht ins Dunkel dieser Schicksale. Ergänzt wird ihre Geschichte durch zahlreiche beeindruckende Bilder von den Funden und der Arbeit der Forscher sowie einem Interview mit den französischen Archäologen Bernadette Schnitzler und Michaël Landolt. Sie erforschen die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs und haben in Straßburg eine umfassende Ausstellung zum Thema zusammengetragen.

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