Pelzige Helferlein

Meister im Graben: der Maulwurf. (Foto: iStock/Thinkstock)

Für Gartenbesitzer sind sie ein Graus: Maulwürfe. Die kleinen Pelztiere wühlen sich ohne Rücksicht auf Verluste durch die Erde, ihr Grabungseifer kennt keine Grenzen. Doch was des Gärtners Leid ist, ist immer häufiger des Archäologen Freud, hat bdw-Autor Dirk Husemann herausgefunden. Im aktuellen Heft von bild der wissenschaft beschreibt Husemann in einer auf den ersten Blick schier unglaublichen Geschichte, wie Maulwürfe inzwischen für viele Forscher zu unentbehrlichen Helfern geworden sind.

Die Ergebnisse der "Grabungsarbeiten" von Maulwürfen sind die berüchtigten Erdhügel. Und diesen Häufchen verdanken Archäologen im wahrsten Sinne des Wortes tiefschürfende Erkenntnisse. Denn die Wühlarbeit der Tiere bringt Artefakte ans Tageslicht. Das ist besonders an solchen archäologischen Stätten von Bedeutung, an denen wissenschaftliche Untersuchungen untersagt sind, um mögliche Funde so lange wie möglich im Boden zu erhalten. Die Maulwürfe jedoch kümmern solche Verbote wenig. Ein Beispiel ist die Erforschung der Geschichte des mittelalterlichen Klosters St. Benet's Abbey im Osten Englands. Die Überreste des Bodendenkmals sind geschützt, ohne zwingenden Grund dürfen keine Ausgrabungen vorgenommen werden. Doch ausgerechnet in einem Maulwurfshügel entdeckten Forscher das verbogene Siegel einer päpstlichen Bulle von 1381 - ein Beleg für die Zerstörung der Abtei in diesem Jahr durch Bauern, die gegen Zwangsrekrutierungen der Kirche rebellierten. Seitdem untersuchen Freiwillige regelmäßig die kleinen Erdhaufen in der Hoffnung, auf weitere Funde zu stoßen - oft mit Erfolg.

Auch in Deutschland ist man inzwischen "auf den Maulwurf gekommen", weiß Husemann im Oktoberheft von bild der wissenschaft zu berichten. Hier graben die pelzigen Helferlein mit den Schaufelhänden ebenfalls immer wieder Historisches aus, was zu neuen Erkenntnissen führt -  nachzulesen im aktuellen Heft von bdw. Wenn sie also mal wieder einen Maulwurfshügel in ihrem Garten entdecken, sollten Sie ihn vielleicht erst mal genauer untersuchen, bevor sie ihn wütend einstampfen.

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