Als die Welt am Abgrund stand

Der Anfang vom Ende: Als die Mykener Burg um 1250 v.Chr. von einem Erdbeben zerstört wurde, gerieten die damaligen Herrscher ins Wanken. Wenige Jahrzehnte später ging die Palastkultur Mykenes unter. (Foto: Thinkstock)

Am kommenden Dienstag, dem 18. November, erscheint das neue Heft von bild der wissenschaft. Die Titelgeschichte der Dezemberausgabe führt Sie diesmal 3200 Jahre zurück in die Vergangenheit - in eine Zeit, die Wissenschaftler inzwischen als die erste globale Krise bezeichnen. bdw-Archäologie-Redakteurin Karin Schlott und bdw-Autor Dirk Husemann beschreiben, wie die schon damals globalisierte Welt des östlichen Mittelmeerraums im Chaos versank, ziehen Parallelen zu heute und fragen, was wir aus den Ereignissen um 1200 v.Chr. lernen können.

Bürgerkrieg in Syrien, marodierende islamistische Terroristen im Irak, Anschläge in Nahost, Griechenland wirtschaftlich am Ende - Krisen erschüttern Europa und den Nahen Osten in einem bisher unbekannten Ausmaß. Doch ist das wirklich so? Nein, alles schon mal da gewesen, erklären Husemann und Schlott in der aktuellen Ausgabe von bdw. Denn in der ausgehenden Bronzezeit vor rund 3200 Jahren stand die Welt ebenfalls vor dem Abgrund. Blühende Kulturen wie die Mykener in Griechenland, die Hethiter in Anatolien oder die Ägypter in Nordafrika standen vor dem Aus. Ganze Städte verschwanden. Bisher dachte man, dass sie von sogenannten Seevölkern angegriffen und in Schutt und Asche gelegt wurden. Doch immer mehr Forscher sind davon überzeugt, dass dies nur ein Grund für die Krise war. Sie sagen: Die Zivilisationen verschwanden durch Erdbeben, Klimawandel, Revolten, Migrationsströme und das Versagen einer privatisierten und globalisierten Wirtschaft. Der Vergleich mit heutigen Zuständen drängt sich auf.

Die bildstarke und von informativen Grafiken gestützte Titelgeschichte im aktuellen Heft von bdw beschreibt detailliert, wie sich die Katastrophe vor 3200 Jahren anbahnte und auswirkte - aber auch, wie die Menschen sie mit der Zeit bewältigten. Dieser Aspekt wird in einem ausführlichen Interview mit dem renommierten Krisen- und Katastrophenhistoriker Gerrit J. Schenk noch weiter vertieft. Sein tröstliches Fazit: Krisen machen uns stark und bilden damals wie heute den Humus für eine neue Blüte. Die Titelgeschichte in der Dezemberausgabe von bild der wissenschaft gibt diesmal also auch Anlass zur Hoffung in einer Zeit, in der viele Menschen die Hoffnung bereits aufgegeben haben. Lesenswert!

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