EU-Experten weisen auf Frauenmangel in der industriellen Forschung hin

In europäischen Ländern sind nur 15 Prozent der in der Industrie arbeitenden Forscher Frauen - und das, obwohl der Frauenanteil bei Hochschulabgängern in der EU 55 Prozent beträgt und in technischen Fächern wie Ingenieur- oder Produktionswissenschaften immerhin noch bei 20 Prozent liegt. Das stellt eine Expertengruppe der Europäischen Union in einem kürzlich erschienenen Bericht fest. In Deutschland und Österreich sind sogar nur etwa neun Prozent.
Der EU-Bericht gibt eine Übersicht über die Situation auf dem Arbeitsmarkt und erarbeitet Vorschläge, wie der Frauenanteil in der Industrieforschung erhöht werden könnte. Einerseits müssten bereits die Universitäten dazu beitragen, mehr Frauen für ein Studium technischer Fächer zu begeistern. Andererseits seien aber auch die Unternehmen gefragt, um zum Beispiel eine frauenfreundlichere Unternehmenskultur zu schaffen oder Frauen den Wiedereinstieg nach einer Arbeitspause zu erleichtern.

Über die Gründe des Frauenmangels in diesem Forschungsbereich ist noch relativ wenig bekannt. Deshalb sei es ebenso wichtig, weitere Daten über die Rolle von Frauen in der europäischen Industrieforschung zu sammeln. Ein Bericht der Nationalen Akademie in den USA legt jedoch Ursachen nahe, die auch für Europa gelten könnten. So seien Einstellungsvoraussetzungen, Arbeitsansprüche und Gehälter für Männer und Frauen oft unterschiedlich. Außerdem könnten eine männlich geprägte Unternehmenskultur und die Angst vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz die Frauen von einer Karriere in der Industrie abschrecken.

Der Originalbericht der EU-Kommission finden Sie hier.

Den Bericht der Nationalen Akademie der USA können Sie hier nachlesen.
Christine Amrhein


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