Oslo und Stockholm erwarten zweihundert Nobelpreisträger zum 100. Jubiläum

Zur 100. Wiederverkehr der ersten Nobelpreisvergabe werden in dieser Woche mehr als 200 Träger der berühmtesten Auszeichnung der Welt in Stockholm und Oslo erwartet. Wie die Nobelstiftung in der schwedischen Hauptstadt am Montag mitteilte, haben von den 220 lebenden Nobelpreisträgern mit wenigen Ausnahmen alle Eingeladenen ihrer Teilnahme an mehreren wissenschaftlichen Symposien sowie Festveranstaltungen und der Vergabe der diesjährigen Preise am kommenden Montag zugesagt. Die ersten Nobelpreise für Literatur, Medizin, Physik und Chemie wurden am 10. Dezember 1901 in Stockholm und für Frieden am selben Tag in Oslo verliehen.
Als sicher bezeichnete die Stiftung, dass der südafrikanische Ex- Präsident Nelson Mandela (Friedensnobelpreis 1993) aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Oslo kommen kann. Die von der Militärregierung in Burma unter Hausarrest gestellte Oppositionsführerin Ang San Suy Kyi, die den Preis 1991 bekommen hatte, werde ebenfalls nicht nach Skandinavien kommen. Hinter der Teilnahme des früheren sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow (1990) stehe aus gesundheitlichen Gründen ein Fragezeichen wie aus politischen Gründen hinter der von Palästinenser-Präsiden Jassir Arafat (1994). Von diesen Ausnahmen abgesehen hätten alle 35 eingeladenen Träger des Friedensnobelpreises ihre Teilnahme zugesichert.

Das Osloer Nobelinstitut eröffnet seine Jubiläums-Veranstaltungen am Mittwoch mit einem dreitägigen Symposium über die Perspektiven künftiger Friedenspolitik. Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten zu gleichen Teilen die Vereinten Nationen und ihr Generalsekretär Kofi Annan. Am Tag danach beschließt ein großes Nobel-Konzert mit Ex-Beatle Sir Paul McCartney und den Hollywoodstars Meryl Streep sowie Liam Neelson als Moderatoren das Jubiläum.

Bereits am Dienstag werden in Stockholm etwa zehn Träger des Literaturnobelpreises zu einer zweitägigen Tagung über "Literatur als Zeugnis" erwartet. Aus Lübeck reist der 1999 ausgezeichnete Schriftsteller Günter Grass (74) nach Stockholm. Ähnliche Veranstaltungsreihen mit früheren Nobelpreisträgern stehen bis zum Wochenende auch in den wissenschaftlichen Sparten Medizin, Physik und Chemie auf dem Programm. Vom Jubiläum ausgenommen bleibt der erst 1969 erstmals verliehene Wirtschaftspreis.

Nach Angaben der Stiftung haben sich die geplanten Kosten für die Jubiläumswoche von sieben Millionen Kronen (1,4 Millionen Mark/ 730 000 Euro) auf 15 Millionen Kronen wegen zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen nach den Terroranschlägen vom 11. September mehr als verdoppelt.
dpa


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