Ethikrat-Chef drängt nach US-Klonexperiment auf baldiges Gesetz

Nach Berichten über einen US-Erfolg beim Klonen menschlicher Embryonen drängt in Deutschland der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, auf ein Gesetz zum Import von Stammzellen. "Der Bundestag darf eine gesetzliche Regelung zum Stammzellenimport nicht länger aufschieben", sagte Simitis der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Die Importfrage könne von der Frage des Klonens inhaltlich nicht getrennt werden.
Der ebenfalls dem Ethikrat angehörende Bioinformatiker Jens Reich bezeichnete es in der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag) als skandalös, dass sich das Parlament bei dem Thema immer wieder vertrage. Er persönlich sei dafür, die so genannte verbrauchende Forschung an menschlichen Embryonen zu unterlassen, weil er die Zeugung als Startschuss in ein neues Leben betrachte. Er habe aber auch Verständnis für die Haltung, die mehrzelligen Gebilde gar nicht als Lebewesen zu betrachten und daher ihren Verbrauch zuzulassen. "In jedem Fall brauchen wir Klarheit", sagte Reich. "Der Bundestag muss endlich entscheiden", um den deutschen Wissenschaftlern für ihre Forschungsprojekte Sicherheit zu geben.

Der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eingesetzte Ethikrat will an diesem Donnerstag eine Empfehlung zum Stammzellenimport abgeben. Der Bundestag will voraussichtlich im Januar in einer Entschließung dazu Stellung nehmen. Die Gewinnung embryonaler Stammzellen ist in Deutschland verboten, der Import jedoch nicht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Genehmigung von Forschungsvorhaben mit importierten Stammzellen jedoch zurückgestellt.

dpa


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