US-Firma will menschliche Embryonen zur Stammzell-Gewinnung klonen

Ein amerikanisches Unternehmen will menschliche Embryonen klonen, um aus ihnen Stammzellen zu gewinnen. Nach einem Bericht der "Washington Post" vom Donnerstag hat die Biotech-Firma Advanced Cell Technology in Worcester (US-Staat Massachussetts) nach einjähriger Vorbereitung jetzt Experimente zum Klonen von Embryonen begonnen. Sie ist das erste Forschungsinstitut der USA, das solche Versuche offen zugibt, schreibt die Zeitung. Vor ihnen hatten sich koreanische Forscher 1998 zu entsprechenden Experimenten bekannt. In Deutschland sind diese Experimente verboten.
Ob die Studien der US-Firma bereits zum Erfolg geführt haben, wollte deren Präsident und Geschäftsführer, Michael West, am Mittwochabend nicht verraten. "Wissenschaftliche Ergebnisse sollten in Wissenschaftsjournalen veröffentlicht werden", sagte er der Zeitung.

Der führende Hersteller von menschlichen embryonalen Stammzellen in den Vereinigten Staaten, das WiCell Institut in Madison (Wisconsin) beliefert derzeit 30 Forschungslabors in aller Welt. "Uns liegen weitere 60 Aufträge vor, die wir in den kommenden Wochen erfüllen werden", sagte ein Sprecher der dpa in New York. Das Institut hat seinen Angaben zufolge fünf Stammzelllinien aus gefrorenen Embryonen entwickelt, die von Fruchtbarkeitsbehandlungen übrig geblieben waren. "Unser Vorrat reicht allemal aus", heißt es bei WiCell.

Ein anderes US-Forschungslabor, das Jones Institut für Reproduktionsmedizin in Norfolk (Virginia) hatte erst am Mittwoch berichtet, dass es Embryonen ausschließlich zur Gewinnung von Stammzellen produziert. Diese Nachricht war bei der katholischen Kirche und anderen religiösen Konservativen in den USA auf heftige Kritik gestoßen. Der Sprecher der US-Konferenz Katholischer Bischöfe, Richard Doerflinger, sagte: "Es gibt keinen Halt mehr, wenn wir erst einmal beginnen, einige dieser Forschungsprojekte zu finanzieren".

dpa


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