DFG gegen Import von Stammzellen aus speziell erzeugten Embryonen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Vorstoß der US-Forscher kritisiert, die erstmals gezielt Embryonen für die Forschung erzeugt hatten. Er bedauere den amerikanischen Tabubruch, sagte DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker dem Berliner "Tagesspiegel". Es sei gut, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz diese Methode verbiete. Außerdem, so Winnacker, könne er in dem Vorstoß "keinerlei wissenschaftlichen Durchbruch" sehen.
Die DFG ist auch gegen den Import von Stammzellen aus speziell dafür erzeugten Embryonen. DFG-Vize Rüdiger Wolfrum sagte der in Berlin erscheinenden "Tageszeitung" ("taz"/Donnerstagausgabe), seine Organisation könne nur den Import von Stammzellen aus überzähligen Embryonen gutheißen. Für die DFG ergäben sich ethische Bedenken aus der Tatsache, dass "ein beginnender Mensch hergestellt wird, um getötet zu werden".

US-Forscher vom Jones Institut für Reproduktive Medizin in Norfolk (Virginia) hatten 50 menschliche Embryonen erstmals rein für Forschungszwecke erzeugt. Diese gewannen sie aus Eizellen von bezahlten Spenderinnen und Spendersamen. Die Herstellung von Embryonen ausschließlich zur Gewinnung von Stammzellen hatte die DFG bereits in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai ausdrücklich abgelehnt.

Wolfrum sagte der "taz" weiter, Frauen dürften nicht zu "Eizellenproduzentinnen" gemacht werden. Sie dürften auch kein individuelles Recht auf die Entscheidung haben, wozu sie ihren Körper zur Verfügung stellten. "Menschenwürde ist nicht disponibel", sagte Wolfrum. "Sie können sich auch nicht in die Sklaverei verkaufen, auch wenn sie noch so sehr damit einverstanden sind."

Die Vorsitzende des Bundestags-Forschungsausschusses, Ulrike Flach (FDP), sagte hingegen, sie würde "aus ethischen Gründen keinen Anstoß daran nehmen", wenn in Einzelfällen und staatlich kontrolliert auch in Deutschland Embryonen ausschließlich zur Stammzellengewinnung erzeugt würden. Diese Position sei jedoch nicht mehrheitsfähig. Daher werde ihre Fraktion im Herbst bei der Parlamentsentscheidung zur Stammzellenforschung beantragen, nur überzählige Embryos zu verwenden, sagte sie der "taz".
dpa


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