Embryonenforschung: DFG will keine "Forschungspolizei" sein

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hält bei Ausweitung der embryonalen Stammzellenforschung die Einrichtung einer unabhängigen Kontrollstelle für erforderlich. Vorbild dafür könne die Zentrale Kommission für biologische Sicherheit sein, die heute bereits gentechnische Forschungsprojekte beobachtet, sagte DFG- Präsident Ernst-Ludwig Winnacker am Donnerstag vor der Presse in Berlin.
Die DFG wolle diese Arbeit nicht selbst übernehmen. "Wir sind keine Forschungspolizei", sagte Winnacker. Der DFG-Präsident kündigte zugleich mehr Forschungsprojekte mit adulten Stammzellen an, die aus Nabelschnur oder Haut gewonnen werden. Diese Forschung gilt auch bei den Kirchen als ethisch unbedenklich. Derzeit fördert die DFG 17 Projekte mit adulten Stammzellen. Für die Forschung mit embryonalen Stammzellen liegt der DFG nach Angaben Winnackers bisher nur der Antrag des Bonner Neurobiologen Oliver Brüstle vor. Eine Entscheidung darüber hat der DFG-Hauptausschuss auf Dezember vertagt. Dies sei "Ausdruck des Respekts" vor der derzeit im Bundestag wie in den Landtagen geführten Debatten um die Forschung mit embryonalen Stammzellen.

Durch die Verschiebung des Projekts um fünf Monate ist nach Winnackers Worten "kein wesentlicher Schaden entstanden". Der DFG- Präsident unterstrich, dass am 7. Dezember allerdings endgültig auf der Basis der geltenden Rechtslage entschieden werde. "Wir sind ein Forschungsförderer, kein Forschungsverhinderer." Man habe zur Kenntnis genommen, dass die Bundesregierung das Embryonenschutzgesetz nicht ändern wolle. Danach ist der Import von embryonalen Stammzellen nicht verboten. Gleiches gilt für die Forschung damit.

Nach den Empfehlungen der DFG sollte Deutschland langfristig selbst die Herstellung von embryonalen Stammzellen angehen. Dies sollte aber nur aus überzähligen Embryonen bei künstlicher Befruchtung und mit Zustimmung der Spender geschehen. Auch sollte dies durch eine Kontrollinstanz genehmigt werden müssen, sagte Winnacker, der selbst Genetiker ist. Das therapeutische Klonen hingegen lehne die DFG aus wissenschaftlichen und ethischen Gründen entschieden ab.

dpa


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