Universität Göttingen stellt "Fehlverhalten" bei Krebsstudie fest

Im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Nierenkrebs hat ein Untersuchungsgremium der Universität Göttingen akademische Mängel an der Forschungsarbeit festgestellt. Der betreffende Wissenschaftler habe in seiner Publikation ein Bild aus dem Internet ohne die erforderliche Kennzeichnung verwendet und bei der Auswertung von Röntgenbildern "der wissenschaftlich notwendigen Sorgfalt nicht Genüge geleistet". Der Mediziner sei deshalb aufgefordert worden, seinen Antrag auf Habilitierung zurückzunehmen, sagte Universitäts-Präsident Horst Kern am Mittwoch vor Journalisten.
Weiter gehende Vorwürfe, denen zufolge der Impfstoff wirkungslos und sogar giftig sein soll, seien nicht erwiesen, sagte der Dekan des Fachbereichs Medizin, Manfred Droese. Die Vorwürfe sollten jedoch "schnell und gründlich" aufgeklärt werden. Dazu will die Universität Göttingen gegebenenfalls auch externe Fachleute hinzuziehen.

Nach den bisherigen Untersuchungen des so genannten Ombudsgremiums der Universität würden die Forschungsergebnisse des in die Kritik geratenen Mediziners durch die festgestellten Mängel an seiner schriftlichen Publikation nicht entwertet, sagte Droese. Das neue Mittel sei im Göttinger Universitätsklinikum im Rahmen einer experimentellen Therapie insgesamt rund 100 Patienten mit bösartigem Nierenkrebs verabreicht worden. Dabei seien teilweise "drastische" Rückbildungen der Tumoren eingetreten.
Der wissenschaftliche Nachweis für die Wirksamkeit des Mittels stehe allerdings noch aus, sagte Droese.

Eine dazu geplante größere Studie sei jedoch vorerst gestoppt worden. Sie werde nicht beginnen, bevor alle Vorwürfe vollständig aufgeklärt seien und die Ethik- Kommission der Universität ihre bereits erteilte Genehmigung noch einmal überprüft habe. Bis dahin erhielten auch keine weiteren Patienten den Impfstoff.
dpa


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