Ärzte und Greenpeace fordern Verbot für Patent auf Brustkrebs-Gen

Ärzte und Umweltschützer haben die Vergabe eines Patentes auf ein Brustkrebs-Gen heftig kritisiert. Neben der Umweltorganisation Greenpeace forderte am Mittwoch auch die Bundesärztekammer die Rücknahme des Patents an die amerikanische Firma Myriad aus Salt Lake City (US-Staat Utah). Das Europäische Patentamt (EPA) in München bestätigte, bereits am 23. Mai 2001 Myriad die Rechte auf das Gen BRCA 1 erteilt zu haben.
Wir fordern gemeinsam mit Greenpeace den Widerruf des Patents und unterstützten den Appell an den Deutschen Bundestag und die Europäische Union, die Patentierung von Genen generell zu verbieten, sagte Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe. Der Bundestag berät am Donnerstag über das so genannte Biopatentrecht.

"Gene werden als chemische Verbindung aufgefasst", erläuterte Patentamts-Sprecher Rainer Osterwalder. Somit könnten sie patentrechtlich geschützt werden. Ein Patent sei jedoch keine Betriebserlaubnis, die Umsetzung unterliege den jeweiligen Gesetzen der Länder. Christoph Then, Gen-Experte bei Greenpeace, sagte hingegen: "Die Gene von Pflanzen, Tieren und Menschen sind keine Erfindungen der Industrie, sondern unveräußerliches Allgemeingut."

Die Vergabe der Patente behindert laut Then die Forschung. Der Fall Myriad zeige, wie unsinnig Patente auf Gene seien. Das an Myriad erteilte Krebsgen-Patent (EP 0705 903) schließe auch die Rechte zur Verwendung des Gens für die Arzneimittel-Herstellung ein. Obwohl Myriad lediglich Diagnose-Verfahren für Brustkrebs entwickelt habe, gelte das Patent auch für andere Funktionen des Gens. BRCA 1 soll auch bei Krebserkrankungen von Prostata und Dickdarm eine Rolle spielen.

Das EPA hat Then zufolge zwischen 1990 und Ende April 2001 mehr als 6.700 Patent-Anmeldungen auf Gene von Menschen und Tieren erhalten und 861 davon vergeben.

dpa


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