Rau mahnt Bildung des "ganzen Menschen" an

Bundespräsident Johannes Rau hat davor gewarnt, Bildung nur auf ihren ökonomischen Wert zu reduzieren. Jene Felder von Bildung und Wissenschaft hätten es heute schwer, "deren Bedeutung sich nicht aus Steuerschätzungen, aus Bilanzen oder Gehaltsbescheinigungen ablesen lässt", sagte Rau am Freitag in Berlin zur Eröffnung eines zweitägigen Bildungs-Kolloquiums der Alfred- Herrhausen-Gesellschaft. Bildung müsse auch den Charakter des Menschen einschließen und ihm einen "inneren Kompass" geben, "der ihnen hilft, sich in einer Welt des raschen Wandels zu orientieren."
Die aktuelle Debatte über Bildung und Wissen gehe ihm nicht weit genug, sagte Rau vor hochrangigen Vertretern von Unternehmen und Universitäten. "Wir brauchen Mut zu einer Erziehung, die Eigenverantwortung und solidarisches Handeln fördert." Ohne Persönlichkeit und Charakter könne auch Orientierungswissen nicht entstehen. Er warnte davor, dass "Verschlankung" oder "Effizienzsteigerung" von Bildungseinrichtungen "schon morgen teuer zu stehen kommen". Bei einer einseitigen Bildungspolitik drohe die Lockerung des sozialen Zusammenhalts.

Raus Rede stand im Kontrast zu den Eröffnungsworten von Rolf-E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank und Vorsitzender des Kuratoriums der Gesellschaft. Breuer bezeichnete Wissen und Bildung als den ausschlaggebenden Vorsprung im globalen Wettbewerb, "den entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Wissenszeitalter". Bildung sei ein Produkt, das Staat und Gesellschaft in möglichst hoher Qualität liefern sollten. Die Deutsche Bank engagiere sich in zahlreichen Initiativen zur Verbesserung der Bildung sozial benachteiligter Kinder in New York und auf der philippinischen Insel Luzon, hob Breuer hervor.
dpa


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