Wirtschaft soll "marktreife" Raumfahrt mitfinanzieren

Die Bundesregierung will die Wirtschaft künftig bei der Finanzierung der teuren Raumfahrtforschung stärker zur Kasse bitten. Wer den wirtschaftlichen Nutzen habe, müsse sich auch an den Kosten beteiligen, sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Mittwoch nach Verabschiedung eines "Deutschen Raumfahrtprogrammes" durch das Kabinett.
Dies gelte besonders für den geplanten europäischen Navigations- und Beobachtungssatelliten Galileo, der zur Verkehrsbeobachtung, zur Steuerung großer Schiffe und zum Ausspähen von Umweltschäden eingesetzt werden soll. Für Forschung und Entwicklung des Projekts werden sechs bis acht Milliarden Mark veranschlagt.

Bei der weiteren Raumfahrtforschung setzt die Bundesregierung vor allem auf anwendungsorientierte Projekte mit praktischem Nutzen. Die Raumfahrttechnik habe "auf vielen Gebieten Marktreife erlangt" und sei für Deutschland wie für Europa ein Wirtschaftsfaktor, sagte Bulmahn. Bemannte aufwendige Prestigeprojekte sollen reduziert werden.

Beim Bau der Internationalen Raumstation ISS will Deutschland auf Kostenbegrenzung achten. Die bisherigen Verträge mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA laufen bis 2004. Bulmahn will bei der nächsten ESA-Ministerratskonferenz Ende 2001 den Vorsitz übernehmen.

Mit dem "Deutschen Raumfahrtprogramm" sichert die Bundesregierung Forschung und Industrie in den nächsten vier Jahren acht Milliarden Mark zu. Derzeit zahlt der Bund knapp zwei Milliarden Mark jährlich. Sie fließen je zur Hälfte in nationale und in europäische Projekte.

dpa


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