Deutschland holt bei Biotechnologie deutlich auf

Deutschland hat im vergangenen Jahr bei der Biotechnologie deutlich aufgeholt, liegt aber immer noch weit hinter Ländern wie Großbritannien und den USA. Der Gesamtumsatz der 332 deutschen Biotechnik-Firmen stieg um über 50 Prozent auf 786 Millionen Euro (1,5 Milliarden Mark), teilte das Bundesforschungsministerium am Montag in Berlin mit. Die Zahl der Beschäftigten sei um 31 Prozent auf 11.000 gestiegen.
Das Ministerium stützt sich auf eine Studie zur europäischen Biotechnologie des Londoner Beratungsunternehmens Ernst & Young, das in Berlin seinen nunmehr achten "European Life Science Report" vorstellte.

Deutschland habe die größten Zuwachsraten beim Umsatz, bei den Beschäftigten und bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sagte Ernst & Young-Sprecher Alfred Müller. Von den 332 Firmen würden allerdings nur zwei - Quiagen und Rhein Biotech - schwarze Zahlen schreiben und keine einzige von ihnen habe bislang ein Medikament auf den Markt gebracht. Müller verwies dabei auf die lange Forschungs- und Entwicklungszeit von sieben bis zehn Jahren für ein neues Produkt. Von den börsennotierten Unternehmen hätten nur sechs deutsche Firmen Pharmazeutika in der Erprobung. In Großbritannien seien es 128 Unternehmen, in Dänemark 28.

Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen wertete die Zukunftschancen deutscher Biotech-Firmen gleichwohl ausgesprochen positiv. "Die Dynamik hat sich weiter verstärkt", sagte er anlässlich der Vorstellung des Berichts. Durch das deutsche Genomforschungsnetz erwarte die Bundesregierung weitere Impulse unter anderem für die Bioinformatik. Bei der Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie in nationales Recht "sollte Deutschland Vorreiter sein und nicht Nachzügler", betonte er.

Zur umstrittenen Stammzellforschung sagte Catenhusen, "nur eine von der Bevölkerung akzeptierten Technik hat die Chance, marktfähig zu werden". In den USA würden 35 bis 40 Firmen an Produkten aus erwachsenen Stammzellen arbeiten, die frühestens in sieben Jahren auf den Markt kämen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte sich vergangene Woche für die Arbeit mit embryonale Stammzellen ausgesprochen. Deutsche Forscher könnten diese Zellen aus dem Ausland importieren. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will das Thema der Stammzellforschung im neu etablierten Nationalen Ethik-Rat diskutieren.
dpa


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