Neuseeland stoppt Forschung an Kühen mit menschlichen Genen

Das Oberste Gericht in Neuseeland hat sich am Donnerstag gegen ein Experiment mit Kühen ausgesprochen, die menschliche Gene tragen.
Forscher hatten in 60 Kuhembryonen Gene eingesetzt, damit sie später mit ihrer Milch einen Wirkstoff gegen Multiple Sklerose produzieren. Die behördliche Genehmigung für diesen Versuch solle laut Gericht nochmals überprüft werden, bestätigte am Donnerstag die «Environmental Risk Management Authority (ERMA)», die zuständige Behörde für alle Anträge auf Genexperimente in Neuseeland. Unklar bleibt jedoch, ob die 60 austragenden Kühe, die im Juni die Kälber gebären sollen, geschlachtet werden müssen.

Die ERMA hatte das Experiment im Juli vergangenen Jahres genehmigt. Wissenschaftler eines landwirtschaftlichen Forschungsinstituts der Regierung hatten daraufhin die menschlichen Gene in Kuhembryonen eingesetzt.

Gegner von Genexperimenten hatten beim Obersten Gericht gegen die Entscheidung der ERMA Berufung eingelegt. Darunter waren auch einheimische Maoris, die Genexperimente auf ihrem Grund und Boden ablehnen. Die Richter des Obersten Gerichts betonten, ihre Verfügung basiere auf rein rechtlichen Gründen. Es ginge nicht um moralische oder soziale Aspekte von Genexperimenten.

Nach Ansicht von Jeanette Fitzsimons, stellvertretende Vorsitzende der Grünen in Neuseeland, bedeutet das Gerichtsurteil, dass die Kälber mit den menschlichen Genen sterben müssen. Sie seien künstliche Organismen ohne offizielle Genehmigung zu leben. Sie forderte weiterhin, es sei besser, die tragenden Kühe schon vor der Geburt der Kälber «human» zu töten. Der Vorstandschef der ERMA, Basil Walker, sagte dagegen, es sei zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt, ob die Kälber nach der Geburt geschlachtet werden müssten.

Der Landwirtschaftsminister Jim Sutton betonte: «Das Gericht hat nicht verfügt, dass die Kälber eine Gefahr sind. Es hat lediglich verfügt, dass die ERMA nicht alle rechtlichen Aspekte des Forschungsantrags überdacht hat.» Dies war die erste Berufungsklage gegen eine Entscheidung der ERMA.
dpa


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