Spanien von BSE-Krise überrollt


"In Spanien gibt es keinen Rinderwahnsinn. Das Land wird auch in Zukunft BSE-frei bleiben." So beschied die Madrider Regierung noch vor wenigen Monaten eine Anfrage im Parlament. Aber schon bald musste sie sich eines Besseren belehren lassen. Als die ersten Fälle von BSE auftraten, wurde Spanien von der Krise förmlich überrollt.

"Das nun einsetzende Wirrwarr in den Behörden schürte die Panik in der Bevölkerung ebenso wie die eigentliche BSE-Krankheit", schreibt das Magazin "Tiempo".

Gesundheitsministerin Celia Villalobos gab Spaniens Hausfrauen den Rat: "Kochen Sie die Suppen und Eintöpfe nicht mehr mit Rinder-, sondern mit Schweineknochen. Die schmecken ebenso gut." Rinderzüchter verklagten die Ministerin wegen Geschäftsschädigung. Die Opposition verlangte ihren Rücktritt.

Beim Kampf gegen BSE fehlt es an allen Enden an Mitteln. Ein kleines Labor in Saragossa ist das einzige im Land, das die Krankheit nachweisen kann. In mehreren Regionen haperte es bei den Schnelltests. Die Verbrennungsanlagen verfügen nicht über genügend Kapazitäten, um die Kadaver älterer Rinder zu vernichten. In einzelnen Orten wurden tote Tiere illegal vergraben oder auf Müllhalden geworfen.

Der Rindfleischverbrauch ging um etwa 40 Prozent zurück. Zur Stabilisierung des Marktes erwägt die Regierung, 180.000 Rinder verbrennen zu lassen. Sie will zudem das Tiermehl, das keine Abnehmer findet, aufkaufen. Zur Finanzierung des Anti-BSE-Kampfes will Madrid eine Sonderabgabe einführen. Zugleich versucht sie, die aufgeschreckten Verbraucher zu beruhigen: "Die Lage ist unter Kontrolle. In Spanien gibt es keine Epidemie", heißt die Parole.

dpa

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